Für Wulff kommt es knüppeldick

svz.de von
07. Januar 2013, 07:53 Uhr

Es ist der Stoff, aus dem ein Hollywood-Epos gemacht wird. Aufstieg und Fall, Glanz und Glamour, Liebe, Enttäuschung und kein Happy End - das Drama der Wulffs erinnert an großes Kino. Eigentlich ein Stoff für Filmemacher, dabei ist es bittere Realität. Sie galten als das Vorzeigepaar der deutschen Politik, wollten ein wenig Glanz und Glamour in den mitunter grauen Polit-Betrieb bringen. Der Aufstieg von Christian Wulff aus einfachen Verhältnissen zum niedersächsischen Ministerpräsidenten und schließlich zum ersten Mann des Staates an der Seite einer jungen modernen Frau - eine fast märchenhafte Erfolgsgeschichte.

Doch irgendwann einmal scheint der frühere CDU-Politiker die Bodenhaftung verloren zu haben. Es ist müßig, über Ursache und Wirkung zu spekulieren. Erst der Verlust des Amtes und das politische Aus, jetzt das Ende des privaten Glücks. Und seine Affäre wegen des Verdachts auf Vorteilnahme ist noch nicht juristisch ausgestanden. Für Christian Wulff kommt es noch immer knüppeldick. Der frühere Bundespräsident kann einem nur leid tun. In guten wie in schlechten Zeiten? Bereits am Tage seines Rücktrittes schien sich seine Frau Bettina zu distanzieren, und ihr wenig später veröffentlichtes Buch liest sich wie eine Abrechnung und die öffentliche Ankündigung der jetzt vollzogenen Trennung. Weder hatte Christian Wulff das Format für das höchste Staatsamt, noch seine Gattin die Voraussetzungen und das nötige Maß an Pflichtgefühl und Stil für die Rolle der First Lady.

Nachfolger Joachim Gauck sorgt dafür, dass das Bundespräsidentenamt nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen wird. Und den Wulffs kann man nur wünschen, dass sie die Folgen des Absturzes glimpflich überstehen.

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