Fünf Romane im Rennen

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13. März 2013, 10:02 Uhr

Leipzig | Für den Preis der Leipziger Buchmesse wurden jeweils fünf Kandidaten nominiert, in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Ein Überblick über die nominierten Romane:

"Kronhardt" von Ralph Dohrmann (Ullstein Verlag): Mehr als hundert Jahre nach Thomas Manns "Buddenbrooks" traut sich der Bremer Autor Dohrmann in seinem Romandebüt erneut an eine große deutsche Familiensaga aus einer Hansestadt. In seinem mehr als 900 Seiten starken Werk erzählt der 49-Jährige von der Maschinenstickerei "Kronhardt&Sohn" in Bremen. Im Mittelpunkt steht der einzige Firmennachkomme Willem, der vor den hohen Anforderungen seiner Mutter und des Stiefvaters in eine leise Rebellion flüchtet.

"Nachhinein" von Lisa Kränzler (Verbrecher Verlag): Wie in einem Gegenentwurf zu Wolfgang Herrndorfs liebenswertem Bestseller "Tschick" schildert die Freiburger Künstlerin Kränzler in ihrem zweiten Roman die seltsame Beziehung zweier höchst ungleicher Mädchen. Die eine aus gutem Haus, die andere aus zerrütteten Verhältnissen, geraten sie zunehmend in einen Strudel von Neid, Grausamkeit und Machtspielen.

"Brüder und Schwestern" von Birk Meinhardt (Hanser): Fast 25 Jahre nach dem Fall der Mauer erzählt der Berliner Journalist und Autor in seinem lebensprallen Familienroman noch einmal vom Alltag der kleinen Leute in der DDR. Die Geschichte des linientreuen Druckerei-Direktors Willy Werchow mit seiner traumatisierten Frau und den drei so ungleichen Kindern wird zum Beispiel für all die Herausforderungen, denen sich DDR-Bürger ausgesetzt sahen.

"Leben" von David Wagner (Rowohlt): Im Buch steht es nirgends. Aber was der Berliner Schriftsteller in seinem neuen Roman beschreibt, ist die Geschichte seines eigenen Lebens. Ein angeborener Leberschaden ließ Wagner vor sechs Jahren fast verbluten, nur das Organ eines anderen Menschen konnte ihn retten: "Wenn Du nicht stirbst, sterbe ich." Die kalte Krankenhauswelt wird immer wieder mit Erinnerungen, Träumen und Fantasien aus dem früheren Leben kontrastiert.

"Der Winter tut den Fischen gut" von Anna Weidenholzer (Residenz Verlag): 20 Jahre hat Maria in einer Boutique Klamotten verkauft, als der Chef ihr den Laufpass gibt. Die junge österreichische Autorin Weidenholzer begleitet ihre Protagonistin durch den bitteren Alltag der Arbeitslosigkeit - mit all den Versuchen, irgendwie doch noch am Leben im Städtchen teilzuhaben, und der Erkenntnis, dass es nicht geht, dass sie unweigerlich an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.

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