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18. November 2017 | 19:00 Uhr

Prignitz : Frust in Breese

vom

Deiche hielten, aber Keller und Wohnungen standen unter Wasser

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 10:24 Uhr

Nach Sommer 2002 und dem Winterhochwasser im Januar 2003 folgte nur drei Jahre später erneut eine Flut, die die Prignitz an den Rand einer Katastrophe brachte. Die wichtigsten Ereignisse haben wir hier zusammengefasst.

3. April 2006. Die Elbe stieg binnen weniger Stunden um eine halben Meter auf rund sechs Meter, in der Prognose tauchten 7,30 Meter auf. Aber ernsthafte Sorgen hatten die Experten zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Ausgangslage war besser als vier Jahre zuvor, zwölf Kilometer Deich waren seitdem erneuert worden.

Nur zwei Tage später rief Landrat Hans Lange den Katastrophenalarm aus, forderte die Bundeswehr an. Die Elbe war deutlich schneller als erwartet gestiegen. Kritischster Punkt war der Rühstädter Bogen.

Hier verbauten Soldaten rund 76 000 Sandsäcke. Als der Pegel kurzzeitig die 7,17 Meter erreichte, sprach der Krisenstab doch noch von einer „kritischen Lage“. Am Rühstädter Bogen setzte die Bundeswehr Amphibienfahrzeuge ein, die wasserseitig den Deich verstärkten. Starker Westwind sorgte in den Abendstunden für erheblichen Wellenschlag. Kameraden der Feuerwehr standen hüfthoch im Wasser, kämpften gegen einen drohenden Deichbruch und gewannen.

Der Pegel fiel. Wieder kam die Prignitz mit dem Schrecken davon. In der Weisener Waldhaussiedlung blieben die Häuser trocken. Der 2002 errichtete Behelfsdeich wurde tagelang massiv verstärkt – das war die Rettung.

Frust hingegen gab es in Breese. 27 Familien hatten vier Jahre um einen Deich gekämpft und verloren. Im Stepenitzgrund standen erneut Keller und Wohnungen unter Wasser. Der damalige Umweltminister Dietmar Woidke sagte ihnen am 12. April Hilfe zu. 2009/10 sollte Baubeginn sein. Tatsächlich begann der Bau erst 2015, liegt seitdem aber im Zeitplan, erste Abschnitte sind fertig.

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