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24. August 2017 | 08:57 Uhr

Frust entlädt sich in Prügelei

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das drohende Aus im DEL-Halbfinale vor Augen hatte sich ein Hamburger Spieler in Partie Nummer vier nicht mehr unter Kontrolle

Vorjahresfinalist Köln gegen Playoff-Außenseiter Ingolstadt – auf dieses Final-Duell läuft es in der Deutschen Eishockey Liga momentan hinaus. Nachdem beide Teams ihre dritten Siege erzielt haben, könnten noch in dieser Woche die Finalisten feststehen. Die Kölner empfangen die Grizzly Adams Wolfsburg heute zum möglicherweise letzten Aufeinandertreffen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, aber es ist noch nicht vorbei“, warnte Haie-Coach Uwe Krupp nach dem 3:2 im vierten Halbfinalspiel.

Ein wenig schwieriger dürfte es morgen für den ERC Ingolstadt werden. Auswärts bei Hauptrunden-Sieger Hamburg Freezers greift das Play-off-Überraschungsteam nach dem notwendigen vierten Sieg, um erstmals um den DEL-Titel zu kämpfen. Den Norddeutschen droht das Aus, da scheinen die Nerven ein wenig blank zu liegen. Mit einer wilden Prügelattacke schlug David Wolf seinem Ingolstädter Gegenspieler Benedikt Schopper beim 2:5 am Dienstagabend gleich sechs Zähne aus. „Da muss er sich besser kontrollieren“, kritisierte sein Trainer Benoît Laporte. „Das war nicht so schön.“ Intensiv setzen sich die Kontrahenten auseinander. „Jedes Spiel ist wie ein Krieg“, drückte es Ingolstadts zweifacher Torschütze Ziga Jeglic drastisch aus.


Disziplinarkommission entscheidet über Sperre


Wolf wird in der nächsten Partie wohl fehlen: Der 24-Jährige kassierte vom Schiedsrichter eine Matchstrafe. Über die Strafe entscheidet die Disziplinarkommission der DEL. „Ich erwarte eine lange Sperre“, sagte Ingolstadt-Coach Niklas Sundblad. „Das ist nicht das Verhalten, das ich von einem Nationalspieler erwarte“, äußerte sich Bundestrainer Pat Cortina aus der Ferne dazu. Der 49-Jährige betonte aber, die Partie nicht live verfolgt zu haben. Schopper hielt sich derweil gestern beim Zahnarzt auf, der versuchte, einen siebten Zahn noch zu retten.

Heftige Auseinandersetzungen hin oder her – die Ingolstädter wollen sich nicht mehr bremsen lassen. „Je länger die Serie dauert, umso besser werden wir“, behauptete Patrick Hager. Die Freezers auf der anderen Seite mussten einmal mehr erkennen, dass in den K.o.-Spielen selbst mit dem Prädikat bestes Hauptrunden-Team nichts von selbst läuft. „In den Play-offs bekommst du nichts geschenkt. Doch manchmal sieht es so aus, als ob wir das denken würden“, bemängelte Hamburgs Nicolas Krämmer. Freezers-Verteidiger Duvie Westcott zeigte sich trotz allem kämpferisch: „Noch ist rein gar nichts verloren!“


Wolfsburgs Milley „will noch nicht nach Hause“


Mit aller Macht wollen sich auch die Wolfsburger gegen das Aus stemmen. „Köln muss uns am Donnerstag erst einmal schlagen“, erklärte Trainer Pavel Gross und ließ nichts auf seine Mannschaft kommen. Seinen Optimismus zog der Coach auch daraus, dass sein Team zweimal ins Tor getroffen hatte. Die Halbfinal-Partien zwei und drei hatten die Niedersachsen mit 1:4 und 0:3 verloren. Einen persönlichen Grund, warum die Saison noch nicht in dieser Woche enden darf, brachte der kanadische Stürmer Norm Milley an: „Wir müssen in Köln ums Überleben kämpfen, ich will noch nicht nach Hause.“


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erstellt am 09.Apr.2014 | 18:07 Uhr

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