Fremde Stadt: Das Netz hilft beim Einleben

Neu in der Stadt, aber nicht allein: Wer sich mit anderen Zugezogenen verabredet, findet sich in der neuen Umgebung schneller zurecht. (Bild: new in town/dpa/tmn)
Neu in der Stadt, aber nicht allein: Wer sich mit anderen Zugezogenen verabredet, findet sich in der neuen Umgebung schneller zurecht. (Bild: new in town/dpa/tmn)

Wer umzieht, muss sich meist nicht nur in einer fremden Stadt zurechtfinden. Häufig muss auch ein neuer Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut werden. Hilfestellung bietet dabei das Internet - vorausgesetzt, man findet das richtige Netzwerk.

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06. Februar 2009, 08:59 Uhr

Wiesbaden/Bremen (dpa/tmn) - Die Auswahl an sozialen Netzwerken ist riesig: Auf Portalen wie «new-in-town.de», «stadtkontakt.de», «wer-kennt-wen.de», «lokalisten.de» oder «townkings.de» lassen sich schon vor dem Umzug Bekanntschaften in der neuen Stadt schließen. Auf den Seiten der sogenannten Nachbarschaftsnetzwerke tummeln sich viele Menschen in ähnlicher Situation. Es gibt aber auch User, die den Sprung in die neue Stadt schon hinter sich haben, mit ihren Erfahrungen weiterhelfen können und weiterhin auf der Suche nach neuen Kontakten sind. Außerdem registrieren sich in den Portalen Menschen, die im nähren Umkreis Gleichgesinnte für die Freizeitgestaltung suchen.

Wer einen Blick auf die Portale wirft, merkt schnell, dass es zwei verschiedene Typen gibt: Die einen wollen «nur» Hilfestellungen beim Knüpfen von Kontakten und für Verabredungen in der realen Welt geben. Die anderen, meist wesentlich bunteren Portale, wollen darüber hinaus auch virtueller Treffpunkt für die neuen Freunde sein. Sie ähneln in Aufbau und Funktion sozialen Netzwerken wie Facebook oder MySpace.

Kontaktsuche im Cyberspace

Wer sich beim von der Wiesbadener Internetagentur Seibert Media betriebenen Portal «new-in-town.de» registriert, hat zwei Möglichkeiten, neue Freunde zu finden: Entweder sucht er aktiv nach Menschen mit gleichen Interessen oder er durchforstet die virtuelle Pinnwand, an der jeder registrierte User eine Nachricht hinterlassen kann.

Dort findet man dann zum Beispiel die Nachricht eines Berliners, der einen Kneipen-Stammtisch gründen möchte. Eine andere Nutzerin sucht Kulturinteressierte, die mit ihr ins Kino oder Theater gehen. Die Autoren der Pinnwandnotizen können privat angeschrieben werden - so lassen sich auch Treffen vereinbaren. Fotos oder Videos von den registrierten Usern gibt es nicht.

Zurück ins echte Leben

Auch auf dem Bremer Portal «stadtkontakt.de» stehen diese Elemente nicht im Vordergrund. «Wir wollen, dass die Leute die Kontakte nicht im virtuellen Raum lassen, sondern den Sprung ins echte Stadtleben schaffen», sagt Lars Segelke, der die Stadtkontakt-Seite aufbaut. «Wer Leute mit gleichen Interessen in einer neuen Stadt sucht, braucht keine Bilder, nach denen er entscheidet.» In diesem Punkt wolle sich das Portal bewusst von den sozialen Online-Netzwerken absetzen. Auch in Zukunft solle es bei einer «schlichten und übersichtlichen» Seite ohne Chat-, Message-, Bild- oder Multimedia-Funktionen bleiben, sagt Segelke.

Die von der Aachener Internetfirma Supreme NewMedia betriebenen Seiten «townkings.de» und «townqueens.de», die sich äußerlich nur durch blau oder pink gehaltene Farbgestaltung unterscheiden, fordern Kontaktsuchende dagegen auf, ein Profil mit Foto anzulegen und auch ein eigenes Online-Fotoalbum zu füllen. Hier sind auch Flirts und längerfristige Onlinekontakte erwünscht.

Alte Freundschaften wiederbeleben

Mittelpunkt der Seiten ist jeweils eine animierte Stadtkarte, auf der man seinen Wohnort markieren und für andere auffindbar machen kann. Als besondere Dienste bieten die Seiten eine Vermittlung von Dates, Chats und sogenannte Map Messages - das sind auf der Stadtkarte angezeigte Nachrichten an andere Mitglieder.

Auch das Münchener Portal «lokalisten.de» soll beim Aufbau eines Freundeskreises in der Region helfen. Wer hier registriert ist, hat auf seine Profilseite meist auch Fotos und umfangreiche Steckbriefe gestellt, die über Hobbys, Schul- und Ausbildung informieren. Wie in anderen Netzwerken können Kontaktsuchende eigene Gruppen bilden und anderen beitreten.

Dies ist auch eine populäre Funktion der Seite «wer-kennt-wen.de». Das Portal will aber nicht nur Gleichgesinnte zusammenführen, sondern bietet auch die Möglichkeit, alte Freundschaften zu pflegen. Die Kontaktschwerpunkte der angemeldeten Nutzer werden auf einer Deutschlandkarte dargestellt. Dort gesellt sich dann zum Schwerpunkt in der alten ein langsam wachsender in der neuen Heimat hinzu.

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