Splitter : Freiwillige Feuerwehr mit Familientradition Kameraden bei Wettkämpfen und für das Dorf aktiv

Peter und Volker Jagutzki vor dem Fahrzeug der Muchower Wehr, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
Peter und Volker Jagutzki vor dem Fahrzeug der Muchower Wehr, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

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15. Januar 2016, 12:47 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Muchow ist fest in der Hand einer Familie – zumindest was die Führungsebene angeht. Vater und Sohn – Peter und Volker Jagutzki – sind Wehrführer und dessen Stellvertreter. „Als ich 16 war, hat mein Vater mich mit zum Gerätehaus genommen und gesagt, ich solle mal die Klamotten anprobieren“, erzählt der 31-Jährige. Sie passten offenbar. Auf jeden Fall blieb der junge Mann dabei und übernahm schließlich auch Führungsverantwortung. „Die Feuerwehr ist mein Hobby. Mir gefällt die Kameradschaft unter den Mitgliedern“, erklärt Volker Jagutzki. Gemeinsam mit seinem Vater, der seit rund 46 Jahren Feuerwehrmann ist, setzt er gewissermaßen eine noch ältere Familientradition fort: Auch sein Opa und Uropa mütterlicherseits, die früheren Bäckermeister des Ortes, waren in Muchow schon Wehrführer.

Die Freiwillige Feuerwehr Muchow hat derzeit 24 Mitglieder, einschließlich Ehrenmitgliedern und zweier Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 40. Einsätze gibt es eher selten, dennoch sind die Kameraden sehr aktiv – in der Ausbildung, bei Wettkämpfen (neunter Platz beim letztjährigen Amtsausscheid) sowie für die Gemeinde und die Dorfgemeinschaft. Tannenbaum-, Oster- und Oktoberfeuer organisieren die Kameraden selbst. „Und ansonsten arbeiten wir eng mit den ,Muchower Müggen’ zusammen“, so Volker Jagutzki. Und so ist die Feuerwehr auch bei anderen Festen mit dabei.

Sauerkraut und Drachen bei den „Müggen“

Seit knapp 18 Jahren gibt es nun schon den Heimatverein „De Muchower Müggen“. „Er wurde gegründet, um die Muchower zusammenzuhalten und damit jemand da ist, der sich kümmert“, sagt Vorsitzende Susanne Nitsche. Zurzeit hat der Verein 20 Mitglieder „und viele unterstützende Helfer“, so die Vorsitzende. Rund 15 Veranstaltungen – von Drachenfest und Spielabenden, über Grillnachmittag und Weihnachtsfeier für die Senioren bis hin zu Erntefest und Maibaumaufstellen – organisiert der Verein jedes Jahr. „Die ,Muchower Müggen’ und die Feuerwehr sind wichtige Eckpfeiler unseres Dorflebens“, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Stier. Übrigens: Am Sonnabend wird in der „Konsumstuv“ wieder Sauerkraut gestampft.

Kein Fensterbauer mehr im Dorf, aber ein Bäcker

Mit den Einnahmen aus der Gewerbesteuer kann die Gemeinde Muchow keine großen Sprünge machen. Es sind gerade einmal 2000 bis 3000 Euro pro Jahr. Auch die Zahl der angemeldeten Gewerbebetriebe hält sich in Grenzen. „Es sind etwa zehn bis zwölf“, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Stier. Besonders bitter sei der Wegzug der Fensterbaufirma gewesen. „Wir haben es nicht geschafft, den roten Teppich auszurollen, um sie hier zu halten.“ Aber die Muchower können dafür auf einen Handwerksbetrieb verweisen, den es in den allermeisten Gemeinden längst nicht mehr gibt: Die Bäckerei Uplegger backt Kuchen und Brötchen nicht nur für die Muchower, sondern auch für Filialen in Grabow und Ludwigslust. Außerdem gibt es eine Pension im Ort.

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