Freie Fahrt für Stadtmuseum

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22. Mai 2008, 06:25 Uhr

Rostock - Trotz Krise im Rathaus bleibt Zeit für Visionen: Oberbürgermeister Roland Methling will die Wege für ein Kunst- und Kulturgeschichtliches Museum in der August-Bebel-Straße ebnen. Schon vor 2011 könnte Eröffnung gefeiert werden. An einem Finanzierungskonzept wird derzeit gebastelt.

Im Januar 2004 hatte der damalige Oberbürgermeister Arno Pöker das Museum in der August-Bebel-Straße 1 schließen lassen, um das Gebäude gewinnträchtig zu verkaufen. Daraus wurde nichts. Jahre später nun will Nachfolger Roland Methling die Pforten weit aufsperren. „In das Gebäude gehört ein Museum“, sagt er.

Das Konzept dazu liegt bereits in der Schublade. Der Senatsbereich von Ida Schillen hat entsprechende Pläne für ein Kunst- und Kulturgeschichtliches Museum ausgearbeitet – in dem Gebäude, das Anfang des 20. Jahrhunderts schon Ausstellungsort für Kunst und ab 1968 das Schifffahrtsmuseum der DDR war. Der Knackpunkt bei allen neuen Plänen: die Finanzierung. Denn die August-Bebel-Straße 1 ist seit Jahren marode, muss kostspielig saniert werden. Dazu belasten laufende Ausgaben die Kassen der Verwaltung. Denn die Societät Rostock maritim, die seit Juni 2006 mit einer Dauerausstellung dafür sorgt, dass zumindest ein Teil der Exponate für Publikum zugänglich ist, hat zwar vieles in Eigenleistung ausgebessert, die Stadt muss dennoch Jahr für Jahr draufzahlen. Und zwar zwischen 70 000 und 80 000 Euro für Fernwärme, Versicherungen, Unterhalt und Reinigung.

Etwa 2,9 Millionen Euro könnten aus dem Topf der Städtebaufördermittel für die Sanierung des Gebäudes aufgebracht werden, macht Methling Mut. Auch der städtische Eigenanteil sei durch den Verkauf des Grundstückes Am Glatten Aal und von 320 Wohnungen der RGS gesichert.

Bevor das Projekt Stadtmuseum angeschoben werden kann, sind andere Voraussetzungen zu schaffen. Vor allem die Societät Rostock maritim pocht auf eine Lösung für das „geteilte“ Schifffahrtsmuseum – mit dem Traditionsschiff in Schmarl und der Ausstellung in der August-Bebel-Straße. „Die Stadt muss einen angemessenen Ort für ein Schiff- und Schiffbaumuseum finden“, fordert Vereinsvorstand Robert Rosentreter. Die Vorzugsvariante der Societät ist nach wie vor ein maritimes Zentrum im Stadthafen, das sowohl das Traditionsschiff als auch ein Museumsgebäude beinhaltet. Dafür macht sich auch der Oberbürgermeister stark. Ein Ergebnis gibt es noch nicht.

Rathauschef und Fraktionen ringen um Fördergeld
Trotz der Unwägbarkeiten wünscht sich Methling ein Museum für Kunst- und Kulturgeschichte schon 2011 „oder früher“. Doch der Rathauschef ist unter anderem auf die Bürgerschaft angewiesen – und die Verteilung der Städtebaufördermittel ist heiß umkämpft. Derzeit hat für alle Fraktionen der Ausbau der ehemaligen Plattenbauschule in der Friedrichstraße 23 höchste Priorität.

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