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22. November 2017 | 06:53 Uhr

Fred Fischer widerspricht Darstellung

vom

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2013 | 11:29 Uhr

Rund eine Million Euro mehr als geplant hat der Umbau der Geschwister-Scholl-Schule gekostet. Eine Arbeitsgruppe hat diesen Fall untersucht und die Ergebnisse vorige Woche den Stadtverordneten vorgestellt. Demnach trage Bürgermeister Fred Fischer die Hauptverantwortung dafür. Er jedoch widerspricht und wies gestern in Teilen unsere Berichterstattung als falsch zurück. "Die Behauptung, aufgrund meiner fehlenden Sachkenntnis sind Mehrkosten in Höhe einer Million entstanden, ist falsch und ich weise diese in aller Deutlichkeit zurück", teilt Fischer mit, der derzeit seine Amtsgeschäfte nicht ausüben darf. Die Verantwortung als Bürgermeister Perlebergs bei allen Bauprojekten der Amtszeit zu tragen, übernehme er selbstverständlich. Ebenso macht er deutlich, dass die Entscheidung zum Ausbau der Schule zu einer verlässlichen Halbtagsschule richtig gewesen sei.

In Deutschland müsse man sich als Bauherr der öffentlichen Hand eines Architekten bedienen. "Damit erkauft man sich nicht nur die nötige Fach- und Sachkenntnis, sondern ist auch rechtlich in Haftungsfragen auf der sicheren Seite", so Fischer. Reiche die nötige Fach- oder Sachkenntnis des Architektenbüros nicht aus, sei dieses oder der Bauherr nach dem Gesetz gezwungen, zusätzlich Fachplaner im Vertrag zu verpflichten. "Genauso ist das auch beim Projekt der Geschwister Scholl Schule gelaufen. Insgesamt wurden neben dem Architektenbüro weitere fünf Fachplaner verpflichtet." Probleme habe es lediglich im Zeitverzug eines Wechsels der Fachplanung Lüftung, Sanitär und Klima durch den Todesfall des Fachplaners gegeben.

Eine neue Firma musste die Planung überarbeiten und ersetzen. "Dadurch entstanden Mehrkosten, die unvermeidlich waren", sagt Fischer. Auch der Vorwurf einer nicht ausreichenden Festlegung der Verantwortung in der Verwaltung weist er zurück. Gerade die doppische Haushaltsführung schreibe für jedes Produkt und Budget klare Verantwortlichkeiten fest. Der Budgetverantwortliche für die Scholl Schule ist Hans Rothbauer, "dem ich zusätzlich den Bauamtsleiter zur Seite stellte", erklärt Fischer.

Eine Kostenexplosion bei dem Projekt gab es vor allem durch neue Leistungen, die während der Bauzeit sich als notwendig erwiesen und von den Fachplanern als unumgängliche Forderungen dargestellt wurden, argumentiert er weiter. Das seien vor allem ein neues Heizungssystem und die Dachsanierung. "Beide Projekte hätten uns sowieso früher oder später ins Haus gestanden. Da sie nun zeitgleich realisiert wurden, sind zusätzliche Kosten einer Baustelleneinrichtung erspart worden. Zeitnah und ausführlich ist über diese notwendigen Leistungen und Folgekosten in Sitzungen, Informationen und Baubesprechungen berichtet worden", sagt Fred Fischer.

Darüber hinaus hätte jeder Stadtverordnete ein mögliches Informationsdefizit vor oder während der Meinungs- und Willensbildung durch Besuche in der Verwaltung oder bei den Baubesprechungen stillen können. Einige hätten das getan. Die größte Überraschung beim Bauen seien dann die Auflagen der Brandschutzforderungen des Landes gewesen. Ein Gutachter hat diese erarbeitet. Zwischen dem Beschluss zum Umbau der Schule und der Vorlage des Gutachtens lagen zwölf Monate. "Den Beschluss zum Umbau hätte man jedoch nicht später fassen können, wenn man die Förderung von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II erhalten wollte. In dieser riskanten Situation saßen damals mehrere Kommunen", blickt Fischer zurück.

Generell begrüße er, dass man das Projekt der Scholl-Schule nochmals genauer analysiert, um aus den Erfahrungen zu lernen. Eine Analyse sollte jedoch auf Fakten zurückgreifen und sich nicht von Vermutungen oder Glauben leiten lassen. "Zu einer glaubwürdigen, fairen und transparenten Untersuchung zu möglichen Fehlern gehört auch, dass man die verantwortlich Beteiligten des Projektes mindestens anhört bevor man sie öffentlich verurteilt oder Schuldzuweisungen vornimmt. Die Art und Weise der unfairen Behandlung ist ja nicht neu bei unseren Perleberger Volksvertretern. Ich als Verantwortlicher stehe jedenfalls der Arbeitsgruppe gern zur Verfügung bei einer ernsthaften Aufarbeitung und Erarbeitung von Schlussfolgerungen", sagt Fred Fischer.

Er versichert nochmals in aller Deutlichkeit, "dass alle Leistungen, die an der Schule verbaut wurden, auf der Grundlage der Vorschriften und Planung realisiert wurden. Jede finanzielle Ausgabe rechtskonform und auf der Grundlage bestehender Beschlüsse erfolgte".

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