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„Frauen haben mein Talent entdeckt und gefördert“

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Gespräch: Schauspieler Winfried Glatzeder hat noch viel zu erzählen – für ein zweites Buch fehlt ihm aber bislang die nötige Disziplin

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 22:09 Uhr

Schauspieler Winfried Glatzeder sprach mit Redakteurin Katja Müller über sein Leben, seine Arbeit und die Probleme des Alters.

In mehr als 100 Rollen standen Sie vor der Kamera oder auf der Bühne.Gibt es einen Talisman, der Sie immer begleitet?

Winfried Glatzeder: Es gab in all den Jahren viele esoterische Hupfdohlen, die mir einen Edelstein oder andere vermeintliche Glücksbringer mitgegeben haben. Geholfen haben sie aber nie. Eher waren es Frauen, die mein Talent entdeckt und gefördert haben.

Geht man zurück auf die Anfänge Ihrer Schauspielleidenschaft, kommt auch Ihre Oma ins Spiel. Welchen Anteil trägt sie an Ihrer Berufswahl?

So direkt eigentlich keinen. Sie hat mich immer das machen lassen, was ich wollte. Hat mir aber auch das Geigespielen auferlegt. Erfolglos. Es waren ihre Freundinnen, die mir gezeigt haben, dass man mit Schauspiel Geld verdienen kann.

Sie haben sich für eine Berufsausbildung mit Abitur entschieden – Maschinenbauer gelernt – und sind doch bei Theater und Film gelandet. Hat sich die handwerkliche Ausbildung dennoch bezahlt gemacht?

Ich würde mich nicht als perfekten Handwerker bezeichnen. Ich kann aber durchaus überblicken, was man für welche Reparatur verlangen kann. Mich haut keiner übers Ohr. Hätte ich Zeit, würde ich vieles selbst versuchen.

Gab es Zeiten , in denen Sie die Entscheidung fürs Schauspiel in Frage gestellt haben?

Niemals. Wenn die Zeiten zwischen zwei Filmen etwas länger waren, habe ich schon überlegt, wie wir die Miete bezahlen können. Aber ich musste nie Taxi fahren oder kellnern.

Haben Sie dennoch Zeit für andere Dinge jenseits des Berufs? Beispielsweise ein Hobby oder genießen Sie das Alter?

Alte Leute sind durch ihre Gebrechen eingeschränkt. Der Bewegungsapparat friert ein. Viele sprechen von dem tollem Lebensgefühl und tollem Sex – alles klappt nicht immer!

Ihre Autobiografie „Paul und ich“ ist bereits acht Jahre auf dem Markt. Wann kommt das nächste Buch?

Ich habe noch viel zu erzählen, aber nicht die Disziplin, mich hinzusetzen und es selbst aufzuschreiben. Also: wer weiß.

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