Frauen fehlen in der Politik

„Frauen in die Politik“ – das ist die Ansage der Organisatoren der ersten Fraueninformationsbörse des Landkreises am 1. März in Güstrow. Hintergrund: Das weibliche Geschlecht ist in der Politik zu wenig vertreten. Unter fünf Politikern ist nur eine Frau.

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21. Februar 2008, 07:16 Uhr

Güstrow - Die Fakten sprechen gegen Frauen. „Unter fünf Politikern ist nur eine Frau“, sagt Roswita Dargus, Gleichstellungs- und Ausländerbeauftragte im Landkreis. Auch überall, wo die größte Entscheidungskompetenz verlangt werde, seien Frauen selten zu finden, beruft sie sich auf Statistiken. Wenn es allerdings um das Gesundheits- und Sozialwesen gehe, wo die größten Probleme zu meistern seien, finde man Frauen in Führungspositionen, so Dargus.

Für sie alles Gründe, die dafür gesorgt haben, dass das Unabhängige Frauen- und Gleichstellungsforum im Landkreis in diesem Jahr dem Weltfrauentag mit der ersten Fraueninformationsbörse am 1. März in der Kreisvolkshochschule Güstrow ein politisches Gesicht (siehe Stichwort) gibt.

Roswita Dargus: „Politik und Gesellschaft brauchen den Sachverstand und die Kreativität von Frauen. Die Probleme in der Gesellschaft verlangen, dass Frauen und Männer gleichberechtigt bei der Gestaltung der Zukunft mitarbeiten.“ Die Fraueninfobörse zeigt Wege auf, wie Frauen ihre Fähigkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einbringen können. Dabei steht die landes- und kommunalpolitische Arbeit von Frauen im Mittelpunkt. Dargus: „Vorträge, Workshops und Messepräsentationen werden den Reichtum weiblichen Schaffens belegen und Frauen stark machen für ihr Engagement und in ihrem Engagement.“

Das ist aber auch nötig, weil die Statistiken den Nachholebedarf schonungslos aufdecken. So sind im Kreistag von 52 Mitgliedern elf Frauen. Das sind 21 Prozent. Unter dieser Zahl siedeln sich noch die Fraktionen der CDU (19 Prozent/vier Frauen) und der SPD (20/2) an. Bei Die Linke sind von elf Mitgliedern drei weiblichen Geschlechts (27 Prozent). In den Kreistagsausschüssen halten Frauen nur in der Bildung und Kultur (44/4) und in der Jugendhilfe (36/14) mit. Dagegen glänzen sie bei Haushalt und Finanzen, Rechnungsprüfung sowie Wirtschaft, Tourismus und Bau mit Abwesenheit. Kein Ruhmesblatt für Frauen ist das Bürgermeisteramt. Von 62 Bürgermeistern sind 13 Frauen (21 Prozent).

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