In Kürze : Flüchtlings-App, Notstand und Milliardenkosten

Deutschland kann nach Ansicht von Innenminister Thomas de Maizière auf lange Sicht nicht 800000 Asylbewerber pro Jahr aufnehmen. „In diesem Jahr müssen und werden wir das verkraften“, so der CDU-Politiker gestern. Auf Dauer sei dies aber zu viel. Dies gelte insbesondere angesichts dessen, was andere Länder leisteten. „Wir nehmen jetzt 40 Prozent aller Flüchtlinge in der EU auf.“

Deutschland kann nach Ansicht von Innenminister Thomas de Maizière auf lange Sicht nicht 800000 Asylbewerber pro Jahr aufnehmen. „In diesem Jahr müssen und werden wir das verkraften“, so der CDU-Politiker gestern. Auf Dauer sei dies aber zu viel. Dies gelte insbesondere angesichts dessen, was andere Länder leisteten. „Wir nehmen jetzt 40 Prozent aller Flüchtlinge in der EU auf.“

von
20. August 2015, 18:41 Uhr

Flüchtlings-App: Eine Smartphone-App mit Informationen für Flüchtlinge in Dresden soll auch für andere deutsche Städte nutzbar gemacht werden. Die App „Welcome to Dresden“ gibt in mehreren Sprachen eine erste Orientierungshilfe, etwa zu Behörden und dem Asylverfahren. Weitere Inhalte wie Auskünfte zu Ärzten seien in Planung, hieß es.

Migrantenfähre: Die griechische Fähre „Eleftherios Venizelos“ mit rund 2500 Migranten an Bord ist in Piräus angekommen. Das Schiff hatte Flüchtlinge von den Inseln Kos, Kalymnos, Leros und Lesbos aufgenommen. Die Lage dort ist dramatisch. An Bord waren ausschließlich Migranten aus Syrien, darunter viele Familien mit vielen Kindern.

Volksverhetzung: Wegen eines Zitats des sächsischen NPD-Funktionärs Jürgen Kötzing zum Umgang mit Flüchtlingen in der FAZ ermittelt der Staatsanwalt wegen Volksverhetzung. Auf die Frage, wie mit straffällig gewordenen Asylbewerbern umgegangen werden soll, sagte er der Zeitung zufolge: „Gleis 17, Waggon 1, rein und ab.“ Von Gleis 17 des Bahnhofs Berlin-Grunewald wurden tausende Juden in Vernichtungslager deportiert.

Notstand: Mazedonien hat wegen der Flüchtlingssituation an seinen Grenzen zu Griechenland und Serbien den Notstand erklärt. Der Notstand ebne den Weg für einen Einsatz des Militärs, hieß es. Demnach soll die Krisensituation mit verstärkten Kontrollen an den Grenzen bewältigt werden.

Eurotunnel-Kontrolle: Britische und französische Polizisten sollen von einem gemeinsamen Einsatzzentrum in Calais aus gegen Schleuser am Eurotunnel vorgehen. Nach der gestern unterzeichneten Vereinbarung sollen zudem weitere Polizeieinheiten in der Hafenstadt eingesetzt werden. Die Briten wollen zusätzliche Zäune, Kameras, Flutlichtanlagen und Infrarot-Bewegungsmelder finanzieren.

Milliardenkosten: Die Kosten für die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen dürften in diesem Jahr auf bundesweit etwa acht Milliarden Euro steigen. Davon übernimmt der Bund nach bisherigem Stand eine Milliarde. Der Landkreistag geht in seinen Berechnungen von Ausgaben von 10 000 Euro pro Asylbewerber aus.

„Musik“ hilft: Die „Schweigeminute (Traiskirchen)“ des Wiener Künstlers Raoul Haspel (35)  hat gestern Platz eins der österreichischen iTunes-Charts belegt. Auch bei Amazon erreichte die Aufnahme einen Spitzenplatz. Dabei ist der „Song“ erst von heute an für 99 Cent bei iTunes und vom 28. August an für 1,29 Euro bei Amazon erhältlich; er kann aber vorbestellt werden. Österreich hat ein großes Problem, die Flüchtlinge unterzubringen. Das größte Lager Traiskirchen ist mit 3500 Menschen überfüllt. Viele müssen im Freien übernachten, auch Schwangere. Der Erlös des 60-Sekunden-Stille-Tracks soll an die Flüchtlinge in Traiskirchen gehen. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen