Fischer liefern Daten

Baltischer Dialog: Problemen auf der Spur / Neue Wege im Test

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21. Januar 2008, 03:09 Uhr

Der Neubau des Instituts für Ostseefischerei entwickelt sich zu einem internationalen Gesprächszentrum. Das belegte der erste Baltische Fischerei-Dialog. Im Blickfeld: Probleme in der westlichen Ostsee.

In zwangloser Runde waren am Mittwoch und Donnerstag rund 40 Vertreter von Wissenschaft, Ministerien und aus der Fischerei aus Deutschland, Dänemark, Schweden und Polen zusammengekommen, um auszuloten, was zukunftsorientiert für eine bessere Bewirtschaftung der Bestände zu tun ist. Eine Veranstaltung, die bei den Teilnehmern großen Anklang fand, berichtete gestern Institutsleiter Dr. Cornelius Hammer.

Besprochen wurde auch die mögliche Kooperation zwischen Wissenschaft und Fischerei. Viele Fischbestände in der Ostsee stehen unter Druck. Fischer beklagen die vielen Reglementierungen aus Brüssel. Es gibt Missverständnisse. Der Dialog soll helfen, Vertrauen zu schaffen. Konkrete Projekte werden gemeinsam angepackt. So wurde verabredet, dass Fischer, die eng mit der Natur leben und arbeiten, sich an der aktiven Datenerhebung für wissenschaftliche Analysen beteiligen, die somit auf breitere Basis gestellt werden können.

Das heißt, die Fischer müssen dann alles, was in ihre Netze gerät, auch angeben. Der Beifang muss nicht wieder über Bord, er wird ihrer Quote aber angerechnet. Die vielen technischen Beauflagungen bis hin zur Maschenweite der Netze und die entsprechenden Kontrollen entfallen. Für jene Fischer, die bei dem Projekt mitmachen, gelten Ausnahmegenehmigungen. Ganz ohne Regeln geht es aber auch hier nicht. Laichdorsche dürfen in der Schonzeit natürlich nicht gefangen werden.

Ähnliche Projekte laufen in Polen an, gibt es bereits in Dänemark und Holland. Die beim Dialog beteiligten Fischer aus Fehmarn, Sassnitz und Cuxhaven begrüßen den Test.

Im Baltischen Dialog ging es auch um das als Cobalt-Projekt bezeichnete Dorschbesatzprogramm, das voraussichtlich im Januar 2008 starten wird. Um Erfolg zu haben, ist auch hier internationale Zusammenarbeit gefragt. Missverständnisse, die es gab, wurden ausgeräumt.Der nächste Dialog soll in Schweden stattfinden.

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