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Fingernagel auf der Pizza: Schlamperei mit Lebensmitteln

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erstellt am 12.Dez.2011 | 08:18 Uhr

Ein schmutziger Abwaschlappen in der Gaststätte oder ein vergammelter Salatkopf in der Vorratskammer. Bei jeder dritten Kontrolle haben die amtlichen Lebensmittelprüfer im vergangenen Jahr in Brandenburg Verstöße bei Unternehmen festgestellt, die mit Lebensmitteln arbeiten oder handeln.
Vor allem hygienische Schlamperei und Mängel bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln wurden festgestellt, teilte das Landesamt für Gesundheit mit. Bei mehr als der Hälfte der kontrollierten Betriebe wurden 2010 Verstöße oder Beanstandungen registrierten.
Ein leichter Anstieg im Vergleich. 2009 waren bei 55,6 Prozent der Unternehmen. Aber das Land liegt sehr deutlich über dem Bundesschnitt von 26 Prozent. Wird in der Mark besonders gründlich kontrolliert oder wird besonders nachlässig mit Lebensmitteln hantiert? Warum die Zahlen im Land so hoch, könnte an der unterschiedlichen Bewertungen liegen, heißt es vom zuständigen Landesamt. In einigen Bundesländern würden nur verwaltungs- und ordnungsrechtlichen Maßnahmen als Verstöße gezählt.
Dabei handelt es sich um schwerwiegendere Probleme, bei denen Verwarnungen oder Bußgelder ausgesprochen werden. Geringfügigere Mängel würden hingegen nicht erfasst. In Brandenburg fließen aber auch diese in die Jahresauswertung ein. Ein einheitliches System für alle Länder sei aber in Arbeit.
23 402 Betrieben statteten die Prüfer im vergangenen einen Besuch ab. Die Auswahl erfolgt risikoorientiert. Das heißt, Unternehmen, die mit schnell verderblichen Lebensmitteln zu tun haben, wurden häufiger besucht. Bei den insgesamt 45 444 Inspektionen wurden 1160 Verwarnungen und 196 Bußgeldbescheide ausgesprochen. 64-mal wurde sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Besonders oft wurden die unzureichende Dokumentation der Eigenkontrolle, bauliche Mängel, fehlerhafte Produktkennzeichnung und die schlechte Betriebshygiene moniert.
Regelmäßig werden zudem Proben an das Landeslabor Berlin-Brandenburg geschickt. 13 Prozent der 13 332 Proben wurden beanstandet. Häufig betraf das die mangelnde Hygiene bei der Fleischverarbeitung. So wurden bei einigen Proben beispielsweise Salmonellen gefunden. Auch Verbraucher meldeten sich mit unappetitlichen Vorfällen: Auf einer Pizza vom Lieferservice wurde ein Plastikfingernagel gefunden. Gleich zweimal wurden in Broten Glassplitter gefunden. Bei der Kontrolle in der Bäckerei stellte sich heraus, dass über dem Mehlsack eine Glühbirne zerplatzt war.

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