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18. November 2017 | 09:44 Uhr

Fingerhakeln hinter den Kulissen

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2013 | 07:34 Uhr

Als die Staatsanwaltschaft im Juni in den Rechnungshof einmarschierte, ahnte sie nicht im Geringsten, welches Echo die Durchsuchung der Amtsräume des Präsidenten und zweier seiner Mitarbeiter nach sich ziehen würde. Sonst hätte sie nicht die öffentliche Deutungshoheit dem Beschuldigten überlassen. Tilmann Schweisfurth unterließ seitdem nichts, um sich in der Öffentlichkeit reinzuwaschen. Seine Argumente sind aus seiner Sicht bestechend. Wer, wenn nicht die obersten Rechnungsprüfer sollten Studenten über die Praxis der öffentlichen Finanzverwaltung unterrichten. Wo ist die Schuld, wenn ein Schulkind ein paar Mal mitgenommen wird? Dem hatte die Staatsanwaltschaft nicht mehr entgegenzusetzen, als dass sie einen richterlichen Beschluss für die Durchsuchungen habe. Ein schwaches Argument. Seitdem läuft das Fingerhakeln hinter den Kulissen. Es gibt sogar Stimmen, die den Staatsanwälten politische Interessen unterstellen, ha, ha...

Dabei ist der Sachverhalt doch ganz einfach. Der oberste Kassenprüfer des Landes nutzt seinen Dienstwagen ein wenig am Rande der Richtlinie. Geschenkt, auch wenn er dafür anderen auf die Finger klopfen würde. Aber dass eine Crew von drei Leuten in ihrer vom Steuerzahler bezahlten Arbeitszeit nach Rostock an die Uni fährt, um zwölf Studenten zu unterrichten... Was würden die Rechnungsprüfer dazu sagen, wenn sie so etwas in einer anderen Behörde bei ihren Prüfungen aufdecken könnten? Steuerverschwendung in grobem Maße? Ganz sicher.

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