zur Navigation springen
Neue Artikel

23. November 2017 | 03:03 Uhr

Filme schauen im Pferdestall

vom

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2013 | 09:43 Uhr

Parchim | Die Einbindung der Parchimer Regimentsvorstadt - ein ca. 36 Hektar großes, ehemaliges Militärgelände - gilt als Musterbeispiel für eine erfolreiche Konversion. "Hier gibt es heute einen Wohnpark mit Kino, das Haus der Jugend und ein Einkaufszentrum", berichtet Sven Weise, Sprecher der Stadt Parchim. Attraktiv geworden ist das heutige Gebiet zwischen der Parchimer Flörke- und Cordesiusstraße auch durch eine neue Fußgängerbrücke über die Elde. Durch sie ist die Weststadt über die Regimentsvorstadt mit der Altstadt verbunden.

Teil der Umnutzung der Parchimer Regimentsvorstadt ist die Sanierung von mehreren Kasernengebäuden am Exerzierplatz. Bis Anfang der 1990er-Jahre waren in den roten Klinkerbauten sowjetische Soldaten untergebracht. Errichtet worden waren die Gebäude 1936/ 37 von der Wehrmacht. Mittlerweile stehen sie unter Denkmalschutz. Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung der Regimentsvorstadt wurden sie von 1996 bis 2001 zu Wohnhäusern umgebaut. "Heute ist das eine gute und gefragte Wohnlage", so Stadtsprecher Sven Weise.

Die Regimentsvorstadt wurde aber nicht erst von den sowjetischen Truppen militärisch genutzt. "Bis 1919 war Parchim Standort des Mecklenburgischen Dragonerregiments Nr. 18", weiß Weise aus der Geschichte der Stadt zu berichten. Teile der heutigen Kreisverwaltung sind im Gebäude der einstigen Dragonerkaserne untergebracht. "Namen wie Dragoner-, Scharnhorst- und Gneisenaustraße sowie Exerzierplatz weisen auf diese militärische Vergangenheit hin", führt er weiter aus.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die militärischen Anlagen von der in Parchim stationierten sowjetischen Armee genutzt. So dienten beispielsweise die Gebäude am Exerzierplatz als Kaserne. Stadtsprecher Weise weiß außerdem: "Die sowjetische Armee stellte in den alten Pferdeställen der Dragoner ihre Panzer unter."

Heute haben die Pferdeställe eine ganz andere Funktion: So wurde eines der Gebäude - die Reithalle - im Zuge der Erneuerung der Regimentsvorstadt in ein Kino umgewandelt. Auch das Parchimer Haus der Jugend - ein Freizeittreff für Kinder- und Jugendliche - in der Dragonerstraße war früher ein Pferdestall. "Beim Umbau haben wir darauf geachtet, dass Teile der alten Häuserstruktur noch erhalten bleiben", so Weise. Denn ein Großteil der Gebäude sind denkmalgeschützt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen