Feuer in Lulu: Polizei vermutet Brandstiftung

<strong>Die Menschen</strong> werden über die Balkons in Sicherheit gebracht.<fotos>ralf drefin</fotos>
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Die Menschen werden über die Balkons in Sicherheit gebracht.ralf drefin

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25. März 2013, 05:58 Uhr

ludwigslust | Sonntag Abend. Die Menschen in Ludwigslust machen sich fertig, zu Bett zu gehen. Da durchdringt Sirenengeheul die schon nächtliche Stille. Selbst in der Vogelgegend laufen Menschen auf die Straße. Aber dort ist nichts zu sehen. Das dramatische Geschehen spielt sich im Parkviertel ab. Gegen 22.45 Uhr kommt es aus bisher ungeklärter Ursache zum Ausbruch eines Brandes im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Johann-Georg-Barca-Straße. Ein Brandsachverständiger der Polizei schließt am Montag einen technischen Defekt als Brandursache aus. "Wir ermitteln in Richtung Brandstiftung, wobei nicht klar ist, ob es eine vorsätzliche oder fahrlässige war", sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

Die Feuerwehr muss zunächst aus Sicherheitsgründen den gesamten Wohnblock mit vier Aufgängen und fünf Geschossen - 60 Wohnungen - evakuieren. Ein Bus steht bereit zum Aufwärmen, da die Temperaturen unter minus fünf Grad liegen. Nach Abschluss der Löscharbeiten können die meisten Mieter wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Der Aufgang, in dem der Brand ausbrach, wird bis auf Weiteres gesperrt. Mitarbeiter der Stadtwerke stellen die Strom- und Wasserversorgung ab. Für eine Mieterin stellt die Stadt eine Notunterkunft bereit, die anderen neun Mietparteien kommen bei Verwandten und Bekannten unter. Fünf Personen werden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Ein Augenzeuge berichtet am Montag von teilweise panischen Reaktionen. Verängstigte Menschen stehen auf den Balkonen. Einige wollen runterspringen. Die Feuerwehrleute bewahren die Übersicht, und es gelingt ihnen, per Megafon die Menschen zu beruhigen.

Das sei jetzt der vierte Kellerbrand innerhalb von zwei Jahren, der die Menschen im Ludwigsluster Parkviertel beunruhige, sagt ein Anwohner. Das aktuelle Feuer ist offenbar in einem der mittleren Aufgänge im Keller ausgebrochen und hat dort die Plastikverkleidungen der Versorgungsleitungen erfasst. So kommt es zu einer starken Rauchentwicklung im gesamten Block. Die Einwohner müssen über die Drehleiter und Leitern von ihren zum Teil verqualmten Balkons durch die Feuerwehrkameraden gerettet werden. Einige werden auch mit Schutzmasken übers Treppenhaus ins Freie geführt. Die Polizei ermittelt weiter.

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