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24. November 2017 | 23:30 Uhr

Feuer frei im Naturparadies

vom

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2013 | 10:09 Uhr

"Lupus est homo homini." Der Mensch ist des Menschen Wolf. Um genauer zu sein - der Mensch ist jedes Schwächeren Wolf. Und, um ganz genau zu sein, ist das eine Beleidigung für den Wolf.

Denn der Wolf hat kein Spezialgewehr, er hat auch keine lärmenden Treiberketten, keine Hochsitze, er hat keine Abschusspläne, die er dann auch noch massiv verletzt, er lässt seine Beute nicht elendig im Gebüsch verrecken, sondern tötet sofort. So gnädig kann die Natur sein. Ein durch einen falschen Schuss verletztes Tier aber kann monatelang an der vereiternden Wunde leiden, ehe es qualvoll stirbt.

Die Vorwürfe, die Teilnehmer einer Drückjagd im Müritz-Nationalpark erheben, sind erheblich: Verletzte Kälber, die ohne ihre Muttertiere umherirren, erschossene Muttertiere, mangelhafte Nachsuche, eine massive Überschreitung des Abschussplanes. Schon, wenn auch nur einer der Vorwürfe stimmt, müsste es zu harten Konsequenzen für die Verantwortlichen kommen. Das prüft nun eine Kommission, die Umweltminister Till Backhaus (SPD) eingesetzt hat. Und selbstverständlich müssen die Ergebnisse erst abgewartet werden. Doch klar scheint nach Informationen unserer Redaktion jetzt schon, dass zumindest der Vorwurf der Überschreitung des Abschussplanes stimmt.

Dass Backhaus die Kommission eingesetzt hat, ist nur zu loben. Doch handelt es sich um denselben Minister, der beispielsweise keine Gelegenheit auslässt, darauf hinzuweisen, dass es inzwischen dreimal mehr Rehwild als vor 40 Jahren in MV gibt. Eine indirekte Einladung: Feuer frei. Wieder einmal zeigt sich daran, dass Umwelt- und Landwirtschaftsministerium nicht zusammengehören.

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