Fette Klunker gegen schmale Riemchen: Extreme bestimmen die Schuhmode

Ganz hoch oder ganz flach, schreiend bunt oder betont dezent, gänzlich schmucklos oder mit dicken Klunkersteinen verziert: Was dieses Frühjahr in den Regalen der Schuhgeschäfte steht, könnte kaum gegensätzlicher sein. Pumps und Peeptoes in Leuchtfarben treffen auf schwarz-weiße Schnürschuhe im Herrenstil und spektakuläre Plateau-Sandaletten auf wenige Millimeter dünne Römersandalen. Die meisten Frauen aber werden das tragen, was ihnen schlicht am besten gefällt.

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19. Juni 2008, 12:38 Uhr

„Es ist eine Saison der Extreme“, sagt Jelena Juric von der in Frankfurt erscheinenden Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“. „Das Motto lautet: Ganz oder gar nicht.“ Und das gelte sowohl für Farbe wie auch für Dekorationen und Absätze. Von „coolen Flats und atemberaubenden High-Heels“ spricht man bei der Schuhmesse GDS in Düsseldorf - Lässigkeit treffe auf richtige Eleganz.

Geradezu wie Skulpturen geformt sind viele der hochhackigen Schuhe. Die schwindelerregend hohen Exemplare finden sich vor allem im hochmodischen Bereich, sagt Helga Cevey vom Schuhinstitut in Offenbach. „Die Normalbürgerin wird dem Erfolg der Ballerinas weiter Futter geben.“ Denn in den flachen Schuhen lässt es sich einerseits bequem laufen. Auf der anderen Seite sind sie sehr flexibel und passen sowohl zu kurzen Röcken wie auch zu schmalen oder den jetzt wieder angesagten weiten Hosen. Entsprechend bleibt der Ballerina ein modisches Muss - allerdings im Vergleich zum vergangenen Sommer in leicht veränderter Form.

Leicht und flexibel oder mit einem filigranen Keil versehen, so sieht laut Juric der Ballerina 2008 aus. Im Kommen seien außerdem der an der Spitze ausgeschnittene Peeptoe - also Ballerinen, bei denen die Zehen ansatzweise zu sehen sind. Neues Trendmaterial sei glänzender Satin. Quasi das Gegenstück zu den sportiven oder mädchenhaften Ballerinen sind die sogenannten Ankle-Pumps - eine der echten Neuheiten dieses Schuhsommers. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Pumps und den bereits im Winter populären, knöchelhohen Ankle-Boots, erklärt Andreas Rose, Styling-Berater aus Frankfurt.

Variiert werden Peeptoes jetzt unter anderem mit sogenannten T-Straps: Die filigranen, über den Fußrücken führenden Riemchen verleihen Peeptoes einen mädchenhaften Retro-Charme, sagt Rose. Sportlichkeit mit Eleganz verbinden Schnürschuhe im Herren-Stil. Die erwachsene Alternative zum Turnschuh wird bevorzugt aus Lackleder und in Schwarz-Weiß-Kombinationen angeboten. Getragen werden sie vor allem zu weiten Sommerhosen, rät Andreas Rose. Wie bei Absatzhöhen und Schuhtypen werden auch farblich alle Geschmäcker abgedeckt. Metallic-Töne bleiben. Und sanfte Naturtöne wie Weiß, Beige und Kitt stehen Knallfarben gegenüber.

Grasgrün, Sonnengelb und Feuerrot sorgen für große Auftritte. Vor allem sehen die Experten aber eine Farbe im Kommen: „Ich glaube an Lila für den Sommer“, sagt Juric. Bei den anderen intensiven Tönen ist sie sich weniger sicher, ob die Kundinnen in großer Zahl zugreifen. Denn satte Farben gefallen nicht jedem. Nichts für zurückhaltende Naturen ist auch das geradezu verschwenderisch dekorierte Schuhwerk dieses Sommers. Klotzen ist angesagt: „Die Zeit der kleinen Strasssteine ist vorbei“, sagt Rose. Stattdessen werden Schuhe jetzt mit dicken Glas-Klunkern geschmückt, mit Nieten, massiven Metallplatten, großen Schleifen und Blüten. Mal wirkt diese üppige Dekoration mädchenhaft-verspielt, mal völlig exzentrisch.

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