Splitter : Feriendorf Mueß: „Schulfahrtengesetz ist existenzbedrohend “

Haben für die Gäste immer ein offenes Ohr: Margita Plötz (l.) und Katrin Rubel
Haben für die Gäste immer ein offenes Ohr: Margita Plötz (l.) und Katrin Rubel

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17. November 2015, 14:39 Uhr

„Unsere Lage ist optimal – nicht weit weg vom See, dem Freilichtmuseum und dem Fischer“, sagt Margita Plötz. Sie lächelt, wenn sie vom Feriendorf Mueß erzählt. Sie arbeitet schon Jahrzehnte hier. Und immer gerne, wie sie selbst sagt. Kinder liegen ihr am Herzen. „Und auch die pädagogische Arbeit“, erklärt sie mit ruhiger Stimme.

Zum Feriendorf gehört das Schullandheim und das Gäste- und Seminarhaus. Im Schullandheim können Schüler, aber auch alle, die einfach Lust dazu haben, in Teich- und Blockhütten, Bungalows, in Wohnmobilen und in Zelten übernachten. „Wir haben in den Sommermonaten 130 Betten im Schullandheim zur Verfügung. Dazu kommen 15 Wohnmobilstellplätze und etwa 15 Zeltplätze“, erklärt Margita Plötz. Im Winter seien es nur 50 Betten, weil die Teich- und Blockhütten nicht winterfest sind. Das Gäste- und Seminarhaus bietet ganzjährig zusätzliche Zimmer: „Hier haben wir Platz für 100 Personen“, sagt Margita Plötz, die die gute Seele des Hauses ist. „Ich sitze mal an der Anmeldung und mal mache ich was anderes – überall und nirgends, eben überall wo Hilfe gebraucht wird“, erzählt sie. Um ihre Augen bilden sich kleine Lachfältchen. Ihre Stimme ist sanft.

Das Feriendorf sei auf Kinder spezialisiert. „Natürlich finden auch Familientreffen statt, Urlauber und Sportvereine schlafen auch hier – und das freut uns“, schwärmt Margita Plötz. Außerdem bietet das Feriendorf ein vielfältiges Freizeitangebot: Von einer Tümpeltour über Hirtenfeuer bis zu Chaos-Pizza sei alles dabei und könne von den Gästen gebucht werden. Allerdings gibt es ein Problem das existenzbedrohend sei: „Früher durften die Kinder eine Woche bei uns bleiben. Seitdem das neue Schulfahrtengesetz in Mecklenburg Vorpommern in Kraft getreten ist, haben wir es sehr schwer“, erklärt Margita Plötz. Die Fröhlichkeit ist aus ihrer Stimme verschwunden. Sorgen machen sich breit. Denn: „Bis zur vierten Klasse dürfen die Schüler jetzt nur noch zwei Nächte hier bleiben. Bis zur sechsten Klasse drei Nächte.“ Und das sei einfach nicht richtig. „Auch für die Kinder ist es nicht schön. Es ist stressig. Ein Tag Anreise. Ein Tag Abreise. Was bleibt denn da großartig?“, fragt Margita Plötz. In anderen Bundesländern sei es auch nicht so. „Wir haben Besucher aus ganz Deutschland: Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern – und sie alle dürfen länger hier bleiben als die Kinder aus MV“, ärgert sie sich.

Freilichtmuseum erzählt Lebenskultur

Von Ostern bis Ende Oktober ist im Freilichtmuseum immer was los. Im vergangenen Jahr waren rund 19 500 Gäste zu Besuch. Diese Zahl sei in diesem Jahr bereits jetzt erreicht. „Dazu kommen dann ja noch die Gäste zu unseren Weihnachtsveranstaltungen“, freut sich Museumsmitarbeiterin Gabriele Karohl. Das Freilichtmuseum kann auf eine lange Tradition zurück blicken. Das ehemalige Fischer- und Bauerndorf Mueß wurde 1936 in die Landeshauptstadt eingemeindet. Das Museum informiert über die Lebensweise der mecklenburgischen Landbevölkerung vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Die meisten der im Museumsgelände befindlichen Bauten stammen aus dem alten Dorfkern. Diese historisch gewachsene Dorfanlage blieb über Jahrhunderte bis heute nahezu unverändert. Die zirka 5,5 Hektar große Museumsanlage umfasst 17 Gebäude und Objekte, die zu besichtigen sind. „Nun freuen wir uns auf unsere nächste Veranstaltung – am 28. Oktober bieten wir von 14 bis 18 Uhr das tolle Kinderfest „Farben des Herbstes“ an, schwärmt Gabriele Karohl. Das Museum ist noch bis zum 31. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.



 

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