Fehler endlich eingestehen

svz.de von
28. August 2013, 08:12 Uhr

Die demografische Entwicklung: Niederschmetternd. Verkehrsprognosen: möglicherweise viel zu hoch angesetzt. Finanzierung: nicht gesichert. Die Rechnung für die A 14 ist katastrophal.

Klar, wer aus der Prignitz nach Magdeburg oder in Richtung A 24 fährt, beißt regelmäßig genervt ins Lenkrad. Zähfließender Verkehr, Zeitverlust und riskante Überholmanöver lassen eine Autobahn verlockend erscheinen. Fährt man aber nahe Wolmirstedt auf die vierspurige B 189, wird schnell klar, dass es auch eine gut ausgebaute Bundesstraße tut. Und sie täte es für weit weniger als die anderthalb Milliarden Euro, die die A14 verschlingt - Geld, dass eigentlich sowieso nicht vorhanden ist. Wenn aber selbst der realistische Autofahrer mit einem solchen Kompromiss leben könnte, warum werden dann gegen jede Vernunft Projekt wie die A 14 immer weiter vorangetrieben?

Das Kernproblem scheint allein in der Unfähigkeit deutscher Entscheidungsträger zu liegen, ihre eigenen Fehler einzugestehen. Genauso wie Gerhard Schröder einst in "Basta-Mentalität" den Bau der A 14 verkündete, bräuchte es jetzt jemanden, der eine realistische Rechnung aufmacht, die Zahlen unterm Strich und vor allem das fette Minus davor akzeptiert und entscheidet: Die A 14 wird nicht gebaut. Ganz einfach weil sie zu teuer ist und das Geld im Straßenbau ohnehin an allen Ecken und Enden fehlt. Das wäre große Politik. Und es wäre endlich mal ehrlich.

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