Fataler Eingriff

svz.de von
01. Juni 2012, 08:58 Uhr

Für die Schlecker-Beschäftigten ist es ein schwerer Schlag ins Gesicht. Lange wurden sie hingehalten, immer neue Zugeständnisse verlangt und doch wieder neue Hoffnungen geweckt. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende? Das Aus für Schlecker ist ein Lehrstück dafür, wie schnell selbst Traditionsfirmen mit starken Marken herunter heruntergewirtschaftet werden können. Nicht die Politik trägt Schuld am Scheitern des Konzerns. Es waren falsche unternehmerische Entscheidungen der Familie Schlecker und des von ihr eingesetzten Managements, die das Unternehmen letztlich in den Ruin und seine Beschäftigten zumindest vorübergehend in die Arbeitslosigkeit gestürzt haben.

Der Fall zeigt, wohin Scheuklappendenken und eine Unternehmensphilosophie mit weitgehendem Verzicht auf Innovation führen können. Eine Drogeriekette, die ihre Beschäftigen mit Kameras überwacht, mittels Zeitarbeit Lohndumping betrieben hat und über viel zu viele unrentable Filialen verfügt, ist schlicht und einfach zum Scheitern verurteilt. Ein falsches Firmenkonzept mit staatlicher Hilfe dauerhaft zu stützen wäre ein fataler Eingriff in den Markt gewesen. Die Bundesagentur für Arbeit wäre jetzt gefragt, den Schlecker-Beschäftigten echte Perspektiven zu bieten. Die gute Nachricht ist, dass es für viele von ihnen im Augenblick auf dem Arbeitsmarkt recht gute Perspektiven gibt.

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