zur Navigation springen
Neue Artikel

24. November 2017 | 03:04 Uhr

Fahrstühle und breite Gänge sind gefragt

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2012 | 05:48 Uhr

Bonn | Etwa ein Fünftel der Deutschen sind über 65 - und viele davon sind noch topfit. In den Fitness-Studios steigt inzwischen der Altersdurchschnitt.

"Die Fitnesstrainer müssen sich deshalb zunehmend umstellen", sagt der Vorsitzende des Deutschen Fitness und Aerobic Verbands, Volker Ebener, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Seit einiger Zeit können sich Trainer speziell für die Arbeit mit Senioren schulen lassen. In vielen Studios stehen bereits Pilates oder Yoga gezielt für Ältere auf dem Kursplan.

Macht sich der demographische Wandel auch in den Fitness-Studios bemerkbar?

Ebener: Die Mitglieder der deutschen Fitness-Studios sind inzwischen im Durchschnitt 41 Jahre alt. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf der Altersklasse 56 bis 66 Jahre. Die Fitnesstrainer müssen sich deshalb zunehmend umstellen.

Seit zwei Jahren bieten wir von unserem Verband eine spezielle Ausbildung unter Anleitung eines Hochschulprofessors an, die Fitness-Training für Senioren sowie Programme bei Adipositas, also starkem Übergewicht, bei Gelenkproblemen oder Diabetes enthält.

Wie stellen sich die Studios auf die älteren Kunden ein?

Ebener: Etwa 2500 Studios haben in den vergangenen drei Jahren mit großem Erfolg Kurse wie Pilates, Yoga und Tai Chi gezielt für Ältere in den Kursplan aufgenommen. An den Fitnessgeräten sind die Bewegungsabläufe für Jung und Alt natürlich gleich. Aber die Belastung lässt sich im Vergleich zu früher in kleineren Stufen steigern. Die Bewegungsabläufe sind außerdem so einschränkbar, dass sie zum Beispiel bei Menschen mit Knieproblemen nicht schädigend sind. Drei Hersteller arbeiten meines Wissens zurzeit auch daran, dass Ältere besseren Halt an und in den Geräten finden sollen.

Sind die Fitness-Studios denn so eingerichtet, dass sich Senioren mit Rollator problemlos in ihnen bewegen können?

Ebener: Die Fitness-Studios haben die Senioren eigentlich erst vor vier bis fünf Jahren entdeckt. Eine bereits eingerichtete Anlage entsprechend umzubauen, kann mehrere hunderttausend Euro kosten. Und Neueinsteiger denken oft gar nicht über diese Frage nach. Wenn Fahrstühle oder breitere Gänge für Rollatoren vorhanden sind, ist das eher Zufall. Gezielt hat hier meines Wissens noch sehr wenig stattgefunden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen