Splitter : Europahaus zieht Handwerker aus vielen Ländern an

Wandergesellen gehören jetzt zum Dorfbild von Dümmer: Christoph und Konstantin (r.) vor dem Europahaus.
Wandergesellen gehören jetzt zum Dorfbild von Dümmer: Christoph und Konstantin (r.) vor dem Europahaus.

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16. November 2015, 14:08 Uhr

Für Wandergesellen ist Dümmer die erste Adresse in Europa. Denn mitten im Dorf haben sie sich selbst eine Heimstätte gebaut: das Europahaus. Auf der Walz kommen junge Handwerker aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Dänemark hier unter. Räume für Schulungen und Seminare stehen bereit.

Der zweigeschossige Fachwerkbau wurde nach jahrelanger Vorbereitung seit Mai 2014 in traditioneller Bauweise hochgezogen und im Sommer 2015 seiner Bestimmung übergeben. „So etwas gab es bislang in Deutschland nicht“, erzählt Johannes Möller-Titel stolz, der Stralendorfer initiierte dieses Projekt. Knapp eine Million Euro hat es gekostet. Aus Brüssel kam Fördergeld. Aber ohne die Eigenleistungen der Wandergesellen wäre der Bau unmöglich gewesen.

Hinzu kam die Unterstützung der Gemeinde, die auch direkt profitiert. Sie erhielt Vereins- und Gemeinschaftsräume unterm Dach des Europahauses. Die waren einst im Gebäude nebenan zu finden, das als Kita und Gemeindehaus in den 1990er-Jahren errichtet wurde. Doch seitdem sind die Kinderzahlen stetig gestiegen, mehr Betreuungsplätze mussten her. Die Erwachsenen räumten ihren Gebäudeteil und warteten viele Jahre auf Ersatz.

Dümmer ist ein Ort der Familie

Wer mit dem Auto durch Dümmer fährt,  stellt fest: Es zieht sich. Denn der Ort am gleichnamigen See scheint kein Ende zu nehmen. Dabei gibt es zwischen der  Bebauung durchaus Lücken. Diese zeugen davon, dass es sich ursprünglich um mehrere kleine Dörfer handelte. Bis 1973 waren Dümmerhütte, Dümmer, Dümmerstück Dorf und Dümmerstück Hof noch eigenständig.

Wer von Stralendorf kommend das Dorf in Richtung Wodenhof passiert, fährt  übrigens in dieser Reihenfolge durch die alten Orte.

Als lang gezogener Ort galt  Dümmer schon zu  seinen Gründungszeiten:  Von zehn Bauernstellen am sieben Kilometer langen See war schon 1230  im Ratzeburger Zehntregister die Rede. Das ist die urkundliche Ersterwähnung von Dümmer. Auch der Ortsname stammt aus dieser Zeit und kommt aus dem Slawischen. „Düm“  bedeutet so viel  wie  Familie und Haus.

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