Europa zu Gast in der Schollschule

Beim Richtfest des Gartenhäuschens an der Grundschule „Geschwister Scholl“ wurde gestern tüchtig gehämmert.
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Beim Richtfest des Gartenhäuschens an der Grundschule „Geschwister Scholl“ wurde gestern tüchtig gehämmert.

Schüler und Lehrer aus acht Schulen für eine Woche im Rahmen des Comenius-Projektes der EU in der Grundschule in der Dobberziner Straße

svz.de von
03. Dezember 2013, 10:57 Uhr

Bereits zum zweiten Mal nimmt die Grundschule „Geschwister Scholl“ am europäischen Schulprogramm „Comenius“ teil. „Alles über uns“, so das Motto, das die Grundschüler innerhalb von zwei Jahren, sprich 2012 bis 2014, in unterschiedlichen Projekten mit Leben erfüllen. „Mit uns sind es neun Schulen“, erläutert Schulleiter Peter Awe und zählt die Länder auf aus denen sie kommen: Spanien, Italien, Frankreich, Türkei, Polen, Slowenien, England und Dänemark. Für 17 Mädchen und Jungen aus fünf Ländern sowie zwölf Lehrer aus acht Ländern sind die Prignitzer in dieser Woche die Gastgeber. Das Programm, das sie vorbereitet haben, ist eng gestrickt, zumal auch wieder die „Hausaufgaben“, die es beim vergangenen Meeting gab, präsentiert werden. Das Thema: Koste ein Teil von mir. Entstanden ist ein Kochbuch, geschrieben von den Schülern der neun Schulen des Comenius-Projektes.

„Von der 1. bis zur 6. Klasse haben die Mädchen und Jungen daran mitgewirkt. Auch wenn der eigentliche Austausch zwischen den 5. und 6. Klassen erfolgt, so sind wir bestrebt, alle Schüler mit in das Projekt einzubeziehen“, so Peter Awe.

Doch nicht nur ein kulinarischer Ausflug ins große Europa steht in dieser Woche auf dem Stundenplan in der Dobberziner Straße. Mit Blick auf das nächste Meeting, das im Februar dann in Istanbul stattfindet, gibt es schon mal einen filmischen Vorgeschmack. Kinder sollen dann in der eigenen Sprache und auf englisch eine Geschichte erzählen. Ob als Theaterstück, Computeranimation oder dergleichen, den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Am Donnerstag geht es dazu schon mal in die Weihnachtswerkstatt, denn die Schüler aus jedem Land sollen einen typischen Weihnachtsbrauch in zwei Minuten im Film festhalten und mit Text unterlegen. „Alles wird dann zusammengefügt zu einem 18-minütigen Video“, ergänzt der Schulleiter.

Heute verwandelt sich die Aula der Schollschule aber erst einmal in eine Art Tanzsaal. Einige Schüler und ihre ausländischen Gäste werden unter Anleitung eines professionellen Künstlers mit Besen und Bällen bei einem Tanzworkshop ihre Kreativität frei entfalten. Mittwoch geht es dann nach Berlin in den Bundestag und auf den dortigen Weihnachtsmarkt. Donnerstag durchzieht der irre Duft von Tannengrün, frischen Waffeln und Zuckerwatte die Flure der Schule. Von 16 bis 18 Uhr öffnet hier wieder der Weihnachtsmarkt, traditionell mit einer großen Show der kleinen Nachwuchstalente. Ja und dann heißt es auch schon wieder Abschied nehmen, „aber nicht für lange. Denn im Februar werden wir, Schüler und Lehrer, nach Istanbul reisen“, fügt Peter Awe an. Für ihn steht außer Zweifel – das Comenius-Projekt ist ein Gewinn für die gesamte Schulgemeinschaft. Ein anderes Land, seine Menschen nicht aus dem Fernseher nur zu erleben, sondern live, das sei etwas ganz anderes.


Bibliothek und Aula – Ideen aus dem Comenius-Projekt


„Immerhin 24 Schüler und ebenso viele Lehrer unserer Schule können das bestätigen. Man bringt stets Ideen mit nach Hause. Ergebnisse sind der Englischsprachkurs für Lehrer oder die Freundschaften, die unter den Kindern entstanden sind. Mit der Schule in Dänemark haben wir einen Austausch auch außerhalb des Projektes, und John Murray, ein englischer Musiker und ehemaliger Schulleiter, kommt jedes Jahr zu uns an die Schule“, nennt Peter Awe nur einige Beispiele. Außer Zweifel stehe für ihn, ohne das Comenius-Projekt gebe es keine Bibliothek, keine Aula und kein Gartenhaus an der Schollschule. „Als wir 2009 an der Schule in Dänemark die Bibliothek sahen, da wünschten wir uns, auch so eine zu haben. Vier Jahre später hatten wir eine. Dafür nochmals ein großes Dankeschön an die Stadt und ihre Abgeordneten“, betont der Schulleiter. Zugleich verweist er nicht ohne Stolz auf ein weiteres Highlight: Denn gestern wurde Richtfest für das Gartenhäuschen am Schulgarten gefeiert. Statt des Richtspruches schlugen Vertreter der Gastschulen des Comenius-Projektes jeweils einen Nagel ein, fachmännisch angeleitet von den Mitarbeitern der Lebenshilfe. Denn sie unterstützen die Schollschule bei der Umsetzung des Vorhabens Schulgarten. „Es ist schön zu erleben, dass das Projekt zu wachsen beginnt und wie die Schüler ganz selbstverständlich und mit viel Spaß mit den Mitarbeitern der Lebenshilfe zusammenwirken.“ Gefördert vom Ministerium für Familie im Rahmen des Projektes Toleranz fördern, Kompetenz stärken und mit Unterstützung der Stadt soll das Gartenhaus samt kleinem angrenzenden Gewächshaus bis zum Frühjahr fertig sein, „damit wir im März/April hier die Pflanzen für den Schulgarten vorziehen können“, umreißt Schulleiter Peter Awe den Zeitplan. Übrigens, die alten Fenster aus dem Schulhaus finden nun im Gewächshaus eine Wiederverwendung.

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