EU einigt sich auf Preisgrenzen für SMS

«Schock-Rechnung» nach dem Urlaub: Künftig soll unter anderem der Endkundenpreis für aus dem Ausland verschickte SMS auf 11 Cent begrenzt werden. (Bild: dpa)
«Schock-Rechnung» nach dem Urlaub: Künftig soll unter anderem der Endkundenpreis für aus dem Ausland verschickte SMS auf 11 Cent begrenzt werden. (Bild: dpa)

Gute Nachricht für Verbraucher: Die Handy-Nutzung im EU-Ausland wird billiger. Nach einem Kompromiss von Europaparlament, EU-Staaten und Europäischer Kommission soll der Preis für eine aus dem Ausland verschickte SMS auf 11 Cent begrenzt werden.

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24. März 2009, 04:31 Uhr

Straßburg/Brüssel (dpa) - Zur Zeit kosten SMS im Schnitt 29 Cent, in einigen Ländern sogar bis zu 80 Cent. Das wird sich jetzt ändern: Der EU-Kompromiss sieht eine Begrenzung der SMS-Gebühren auf 11 Cent (zuzüglich Mehrwertsteuer) vor. In den Verhandlungen zu einer neuen Verordnung zu Mobilfunkpreisen einigten sich das Europaparlament, EU-Staaten und die Europäische Kommission am Dienstag in Straßburg auch auf eine niedrigere Preisobergrenzen für Gespräche und Datenübertragung.

Das Parlamentsplenum stimmt Ende April über den Kompromiss ab. Auch die zuständigen Minister müssen noch grünes Licht geben. Die neuen Regeln würden dann vom 1. Juli an gelten - pünktlich zur Reisesaison.

Gebührengrenze gegen "Schock-Rechnungen"

Für Datenübertragungen von einem EU-Land in ein anderes soll die Obergrenze für den Großhandelspreis bei einem Euro je Megabyte liegen. Von Juli 2010 an gelten 80 Cent und 2011 dann 50 Cent (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Verbraucher können vereinbaren, dass die Verbindung etwa ab einem Betrag von 50 Euro automatisch getrennt wird. Damit sollten «Schock-Rechnungen» vermieden werden, erläuterte das EU-Parlament.

Das Gesetz geht auf eine Initiative von EU-Medienkommissarin Viviane Reding zurück, die seit Jahren versucht, die Preise für grenzüberschreitende Mobilfunknutzung zu senken. So wurde bereits im Juli 2007 ein neuer «Eurotarif» für Handygespräche Pflicht, der Obergrenzen für die sogenannten Roaming-Gebühren vorsieht. Das sind die Tarife, die sich Telekom-Anbieter gegenseitig berechnen, wenn ihre jeweiligen Kunden im Ausland telefonieren oder eine SMS schreiben.

Jetzt sollen auch die im «Eurotarif» festgelegten Höchstpreise für EU-Auslandsgespräche weiter abgesenkt werden. Zunächst soll der Maximalpreis von 46 auf 43 Cent für abgehende und von 22 auf 19 Cent für angenommene Anrufe gesenkt werden. Von 2010 an gelten 39 und 15 Cent, ein Jahr 35 und 11 Cent. Die neue Verordnung soll bis 30 Juni 2012 gelten. Die EU-Kommission soll Mitte 2011 die Marktlage überprüfen und gegebenenfalls weitere Schritte vorschlagen.

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