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15. Dezember 2017 | 09:19 Uhr

Baustelle Nord : Es stockt nicht nur auf der A 14

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der weitere Bau der Autobahn 14 zwischen Colbitz und Dolle nördlich von Magdeburg ist von Richtern vorerst gestoppt worden. Das Bundesverwaltungsgericht erklärte die dem Abschnitt zugrunde liegenden Planungen für rechtswidrig und nicht vollziehbar.

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Nach dem Planungsstopp an der A 14 kommt es bei weiteren großen Verkehrsprojekten zu Verzögerungen. Ob A 20, Fehmarnbelt-Querung, Schnellstraße 96n auf Rügen, Nordostseekanal oder ein Autobahnzubringer in Schwerin – immer öfter bremsen fehlende Finanzen oder Gerichte wichtige Bauvorhaben. So ist es auch bei der südlichen Trasse der A 14 oberhalb von Magdeburg. Während in Mecklenburg-Vorpommern und auch in Brandenburg die Bauarbeiten planmäßig voranschreiten, kommt es jetzt zu Verzögerungen in Sachsen-Anhalt.

Die Umweltschutzorganisation BUND hatte gegen das Bauprojekt geklagt und Recht bekommen. „Es ist falsch und schlecht geplant worden. Wir werden das Verfahren natürlich weiter verfolgen, aber bis hierhin ist unsere Arbeit erst einmal getan“, sagte Oliver Wendenkampf, BUND-Landesgeschäftsführer von Sachsen-Anhalt gestern. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat nun die Möglichkeit bekommen, in einem ergänzenden Verfahren die Mängel in der Planung zu beseitigen. Das kostet aber Zeit. In Mecklenburg-Vorpommern geht das Verkehrsministerium davon aus, dass die vom Gericht verhängten Nacharbeiten in Sachsen-Anhalt schnell erledigt werden. Die A 14 sei ein wichtiges Verkehrsprojekt und habe hohe Priorität, sagte Ministeriumssprecher Steffen Wehner.

Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin (IHK) zeigte sich angesichts des Baustopps besorgt und forderte gestern erheblich mehr Verantwortungsbewusstsein und eine akribische Arbeitsweise im Planungsprozess von den Verantwortlichen, um die zunehmenden Verzögerungen zu verhindern. „Das schadet der Wirtschaft und damit der Schaffung von Arbeitsplätzen. Solche Verzögerungen können und dürfen wir uns nicht länger leisten“, sagte Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin.


Elbquerung könnte das Projekt weiter verzögern


Aus Sicht von Wilhelm Schefe vom Unternehmerverband Westmecklenburg ist eine durchgehende A 14 die „Lebensader für die Wirtschaft“, die so schnell wie möglich fertiggestellt werden muss. Schefe appelliert an Politik und Verwaltung in Sachsen-Anhalt, ihre Schularbeiten bei der Planung schnellstmöglich nachzuholen, damit die Verzögerungen so gering wie möglich ausfallen. Der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, betont in diesem Zusammenhang noch einmal: „Jeder Zeitverzug für das Gesamtprojekt ist für uns sehr bedauerlich, denn der Landkreis profitiert letztlich nur von einer durchgehenden Trasse.“

Ob die Fertigstellung des Lückenschlusses trotz des aktuellen Baustopps in Sachsen-Anhalt wie geplant bis 2020 gelingt, bleibt ungewiss. Auch weil noch niemand verbindlich weiß, wo die Trasse am Elbufer in Brandenburg enden wird. Das wiederum dürfte direkte Auswirkungen auf die Planung der Elbbrücke haben, für die Brandenburg zuständig ist. Das Planfeststellungsverfahren läuft bereits seit dem 30. November 2009. Wann es abgeschlossen ist, bleibt unklar. Mit der Bearbeitung durch die Behörde könne erst 2014 begonnen werden, da das Verfahren mit großen Problemstellungen, insbesondere des Vogelschutz- und Artenschutzrechts behaftet sei und ein länderübergreifendes Verfahren mit Sachsen-Anhalt darstelle.

Das Projekt Lückenschluss der A 14 zwischen Schwerin und Magdeburg zählt aktuell zu den größten Verkehrsprojekten in ganz Deutschland. Es umfasst die Verlängerung der bestehenden Autobahn, die derzeit von Wismar bis zum Dreieck Schwerin führt, über Ludwigslust, Karstädt, Wittenberge, Osterburg (Altmark), Lüderitz und Colbitz.

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