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19. September 2017 | 17:17 Uhr

Es gibt keine Problemfans

vom

svz.de von
erstellt am 24.Nov.2011 | 08:42 Uhr

Es ist nicht richtig, den FC Hansa Rostock auf das Problem "Problemfans" zu reduzieren. Ebenso ist es nicht richtig, das Problem "Problemfans" auf den FC Hansa zu reduzieren. Richtig ist, es geht weder um Fußball noch um Fans. Es geht schlicht und einfach um die Frage, wie der Rechtsstaat mit Verbrechern umgeht. Mit Verbrechern, die im Schutz der ananymen Massen Gewalt ausüben. Und wie der Rechtsstaat seine Bürger, die ein Fußballspiel erleben wollen, vor diesen Chaoten schützt. Beim vergangenen Heimspiel des FC Hansa Rostock wurde von den Ultras ein Spruchband entrollt, auf dem stand: "Statt der Fankurve blau-weiß-rot Meldeauflagen und Choreoverbot." Dagegen wäre ja nichts zu sagen. Aber der Zusatz lautet "All cops are bastarts." Und der entlarvte den menschenverachtenden Sinn der Chaoten. Es geht eben nicht um Blau-Weiß-Rot. Es geht dem schwarzen Block auch nicht um angeblich eingeschränkte Fan-Freiheiten: Es geht um freie Hand für Gewalt gegen alle, die anders sind. Ob sie nun einem anderen Verein zujubeln oder aus einer anderen Kultur kommen, diese Grenze ist fließend und der Ungeist derselbe. Wo der Hass so groß ist, dass Menschen gezielt mit Leuchtraketen beschossen werden, dass Steine fliegen und Menschenwürde im wahrsten Sinne des Wortes mit Füssen getreten wird, da geht es nicht mehr um Sport. Da geht es um den Angriff auf demokratische Grundwerte. Um Toleranz, Weltoffenheit und dem Respekt vor dem Leben anderer. Wer den Tod von Anhänger eines anderen Vereines billigend in Kauf nimmt und Polizeibeamte, die nur das Leben sowie die Unversehrtheit von Fußballbegeisterten schützen wollen, zum Feindbild erklärt, der ist ein Feind unserer Demokratie. Wer sich dieser Konsequenz verschließt, gibt der Gewalt weiter Raum. Und trägt letztlich Mitschuld am Untergang der Hansa-Kogge.

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