Erlebnisberichte : „Es dröhnte, das Dach flog weg“

svz.de von
08. Juni 2016, 18:48 Uhr

„Die Veranda fing an zu dröhnen, das Dach flog weg und der Apfelbaum fiel direkt auf die Laube drauf.“ Nicole Greve steht fassungslos vor ihrem schwer beschädigten Gartenhäuschen. Die 47 Jahre alte Chemielaborantin wollte mit ihrem 13-jährigen Sohn gerade Würstchen grillen, als über der Kleingartenanlage in Hamburg-Farmsen plötzlich das Unwetter hereinbrach. Erst habe kräftiger Regen eingesetzt, dann fielen Hagelkörner fast so groß wie Tischtennisbälle. Und plötzlich war der Tornado da. Das Unwetter dauerte nur kurz. Wer das Trümmerfeld sieht, kann kaum glauben, dass niemand verletzt wurde. „Der Schuppen ist komplett zerstört, das Trampolin flog 20 Meter hoch“, sagt ein Anwohner. In der Parallelstraße hat der Sturm fast alle Spitzdächer der Einfamilienhäuser beschädigt. Von einem der Häuser hat der Tornado einen Teil des Giebels weggerissen. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind mit dutzenden Fahrzeugen in dem Wohngebiet im Einsatz. Erstaunlich ist, wie punktuell die Naturgewalt zugeschlagen hat. In einer Straße stehen noch immer prächtige Laubbäume, offensichtlich ohne einen abgeknickten Zweig. Zehn Meter weiter ist ein Baum mit 80 Zentimeter dickem Stamm komplett zerlegt. Steffan Kunze hat Glück im Unglück gehabt: Eine durch die Luft gewirbelte Holzlatte hat sich durch das Dach seines Wohnhauses bis in den Kleiderschrank im Schlafzimmer gebohrt. Nur einen Meter daneben steht das Bett.

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