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18. August 2017 | 12:35 Uhr

Erinnerungen an das Wunderblut

vom

Bad Wilsnack | "Zum Pilgerfest wird gepilgert" - Das dachten sich offenbar die rund 50 Mitglieder einer Berliner Reisegruppe, die den Fußmarsch von der Plattenburg bis nach Bad Wilsnack nicht scheuten und gemeinsam mit den beiden in trafitionelle Baumwollkleider gehüllten Profi-Pilgern Anett Herzog und Wolfgang Schicha die rund sieben Kilometer in straffem Schritt zurücklegten.

Im Goethepark in Bad Wilsnack erwartete Besucher aus nah und fern ein gemütlicher kleiner Markt, so wie ihn die Pilger seinerzeit möglicherweise vorgefunden haben. Imkerhonig, Marmeladen und frischer Kuchen laden zum Schlemmern ein, Holzhandwerker und Korbflechter zeigen ihre Kunst und am Stand der Seifensiederin duftet es nach Kräutern. "Das riecht aber gut", bemerken kleine, ebenfalls in Trachten gehüllte Mädchen, während sie sich Seifenstücke vor die Nase halten.

Viele interessierte Nachfragen

"Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden, und offenbar haben sogar die Gebete in Richtung Wettergott geholfen", sagte Jochen Purps, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Wunderblutkirche, der das Pilgerfest organisiert hat. "Die vielen Gäste, die zum Teil von weither angereist sind, belegen, dass unsere Arbeit in die richtige Richtung geht." Zudem zeigten die vielen interessierten Fragen, die die Besucher stellen, dass sich ein großer Teil von Ihnen auch für den Hintergrund der Veranstaltung interessiere, so Purps.

"Das Pilgerfest ist eine richtig feine Veranstaltung", bestätigen Dieter und Heidemarie Isernhagen aus Wolfshagen. "Die Wilsnacker legen hier sehr viel Liebe rein und man merkt, dass sie damit ihre Geschichte bewahren wollen." Auch Janine Becker aus Wittenberge gefällt es. "Ich komme ursprünglich von hier, und zum Pilgerfest ist immer was los, da ist man gern dabei."

Kirchenschiff wird zum Theatersaal

Höhepunkt des Pilgerfestes ist auch in diesem Jahr das Wunderblutfestspiel. Gemeinsam mit Laiendarstellern aus dem Ort inszeniert Theaterpädagogin Friederike Möckel aus Barenthin die Geschichte um die Wunderblut -Hostien im Kontext der Reformation. So entführen die Darsteller in die Zeit um 1550, als der evangelische Prediger Joachim Ellefeld Luthers Lehren der Protestanten verkündet und die Hostien dem Feuer übergibt, worauf hin die Stadt Bad Wilsnack um seine wichtigste Einnahmequelle - die Pilger - fürchtet.

Auch 24 Kinder spielten in diesem Jahr mit. "Auf diese Weise wollten wir uns dem Thema Kinderpilgern annähren", so Jochen Purps. "Und ich denke, das ist uns gelungen."

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erstellt am 29.Aug.2010 | 05:50 Uhr

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