Entsorger unter einem Dach

In kurzer Zeit war der Umzug der TES Kuhstorf nach Ludwigslust nahezu geschafft. Die Mitarbeiter – insgesamt 68 – werden ab sofort von der Kreisstadt aus ihre Aufgabe der Entsorgung in der Region wahrnehmen. Fotos: Simone Herbst
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In kurzer Zeit war der Umzug der TES Kuhstorf nach Ludwigslust nahezu geschafft. Die Mitarbeiter – insgesamt 68 – werden ab sofort von der Kreisstadt aus ihre Aufgabe der Entsorgung in der Region wahrnehmen. Fotos: Simone Herbst

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04. Februar 2008, 09:02 Uhr

Ludwigslust/Hagenow - Die Transport Entsorgungs GmbH Kuhstorf (TES) hat ihren Sitz nach Ludwigslust verlegt. Auf das Gelände der Umwelt Service Mecklenburg GmbH (USM). Beide Gesellschaften gehören seit vergangenem Jahr zum europaweit agierenden Remondis Konzern und werden ab sofort von der Kreisstadt aus die Entsorgung im Landkreis vornehmen.

Motiv der Zusammenlegung, erklärte Geschäftsführer Jan Becker, sei nicht die Gleichmachung der Unternehmen. Beide werden sowohl ihre Firmierung als auch die bisherigen Aufgaben beibehalten. „Remondis unterhielt nach dem Erwerb des ehemaligen SWR Entorgungsunternehmens mit Ludwigslust und Kuhstorf zwei Standorte, in nur 20 Kilometern Entfernung“, so Becker. Die Entscheidung zur Zusammenlegung fiel, da man einerseits sehr wohl in der Lage ist, die vertraglich geregelten Leistungen von einem Standort aus effizient zu erledigen, da es zweitens nur so möglich ist, Synergieeffekte zu nutzen und weil drittens so beide „Remondis-Töchter“ über ein gemeinsames Kundencenter ihre Einheit darstellen können.

Umzug: Kraftakt bei laufendem Betrieb
Innerhalb von nur drei Wochen war der Umzug der TES vorbereitet, durchgeführt und nun am Sonnabend erfolgreich abgeschlossen worden. Was hier so einfach klingt, war ein Kraftakt, für dessen reibungslosen Ablauf Jan Becker beiden Belegschaften seinen höchsten Respekt zollt: „In Ludwigslust musste das Betriebsgelände baulich vorbereitet werden, um die komplette Entsorgungslogistik von TES – immerhin mehr als einhundert Behälter und der komplette Fuhrpark – aufnehmen zu können. Mit einer Systematik, die bei laufendem Betrieb und von der Stunde Null an effektives Arbeiten für die Kollegen möglich machte.“

Selbstverständlich sei den TES-Mitarbeitern der Weggang von Kuhstorf nicht leicht gefallen, räumt Matthias Hartung ein. Auch er gehört zur Geschäftsführung in Ludwigslust und wurde hier wie auch bei der Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft mbH (SAS) direkt vom Mutterkonzern eingesetzt. „Für viele bedeutet die Verlegung jetzt längere Anfahrtswege. Doch wir haben mit der Belegschaft gesprochen und den Betriebsrat überzeugt. Letztlich stand die Masse der Mitarbeiter hinter dem Umzug.“ Überzeugt habe der Fakt, dass Ludwigslust auf lange Sicht logistisch der bessere Standort ist. Von hier aus werde das Altglas direkt zu den verarbeitenden Unternehmen gebracht und der Hausmüll in die Müllverbrennungsanlage nahe der Kreisstadt gefahren. Zudem sind die bestehenden Verkehrsanbindungen schon jetzt optimaler, wird der Bau der A14 in der Perspektive weitere infrastrukturelle Vorteile bieten. Jan Becker: „Es ist tatsächlich die Summe der vielen kleinen Dinge, die für Ludwigslust als gemeinsamen Standort sprach. Und jedem war letztlich auch klar, bei nur 20 Kilometern Entfernung muss etwas passieren “

Auch wenn die Mitarbeiter vom USM und TES erst Anfang Januar von der Standort-Fusion erfahren hatten, ist eines bereits passiert. Die 68 Mitarbeiter, davon zehn in der Verwaltung, vier Schlosser, vier Maschinenführer und der Rest Fahrer bzw. Lader, gehören Gesellschaften an, die einst in der Entsorgungswirtschaft konkurrierende Unternehmen waren. „Jetzt arbeiten sie gemeinsam unter einem Dach. Sie sind bereits eine Mannschaft, in der man sich gegenseitig hilft, ein Team, in dem man sich nicht gegenseitig das Leben schwer macht“, so Becker.

Kuhstorf soll sinnvolle Nachnutzung erhalten
Was mit dem momentan leerstehenden Firmengelände in Kuhstorf geschieht, werden die derzeitigen Prüfungen zur Nachnutzung ergeben, sagt Matthias Hartung. „Kuhstorf war ursprünglich zur Bioabfall-Kompostierung errichtet worden. Ist also ein attraktives Gelände, nach dem sich viele Unternehmen die Finger lecken werden. Eine externe Vergabe ist momentan jedoch nicht im Gespräch. Remondis selbst hat diverse Tochterunternehmen, die diesen Standort sinnvoll nutzen könnten.“

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