Reaktionen : „Entscheidung, die ich respektiere“

svz.de von
06. Juni 2016, 18:43 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat mit Verständnis auf die Ankündigung von Bundespräsident Joachim Gauck reagiert. „Das ist eine Entscheidung, die ich respektiere“, erklärte Sellering. Gauck sei ein im besten Sinne überparteilicher Bundespräsident. „Er hat mit seiner Amtsführung dafür gesorgt, dass das Amt des Bundespräsidenten nach dem eher unglücklichen Agieren seiner beiden Vorgänger wieder an Stärke gewonnen hat.“ Allerdings hätte er sich von einem ostdeutschen Bundespräsidenten gewünscht, das Zusammenwachsen von Ost und West stärker zu thematisieren. „Was ich vor allem für falsch gehalten habe, war seine Aufforderung, Deutschland solle auch militärisch mehr internationale Verantwortung übernehmen“, betonte Sellering. Deutschland sei sehr gut damit gefahren, sich nicht in jeden militärischen Konflikt zu begeben.

Joachim Gauck gebührt nach Ansicht von Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) großer Respekt für seine Entscheidung zum Amtsverzicht. „Gauck hat mit seinem Wirken dem Amt des Bundespräsidenten zu neuem Glanz verholfen“, sagte Methling gestern. Ein Rostocker als erster Repräsentant Deutschlands sei einmalig in der acht Jahrhunderte währenden Chronik der Hanse- und Universitätsstadt, sagte Methling.

Mit Bedauern hat CDU-Landtagsfraktionschef Vincent Kokert auf die Ankündigung von Bundespräsident Joachim Gauck reagiert. „Ich hätte mir gewünscht, dass er weitermacht. Aber die Gründe für seine persönliche Entscheidung sind nachvollziehbar“, sagte Kokert. Gauck sei „ein Ruhepol in der deutschen Politik“ und führe das Amt überparteilich, ohne auf klare Worte zu verzichten. Wer immer Gaucks Nachfolger werde, er finde große Fußstapfen vor, sagte Kokert.

Jürgen Suhr, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, lobte Gaucks politisches Engagement. „Besonders hervorheben möchte ich seine klare und mutige Haltung gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus sowie sein engagiertes Eintreten für eine lebendige Bürgergesellschaft.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, wünscht sich einen würdigen Nachfolger: Es komme darauf an, dass die Wahl auf eine Persönlichkeit fällt, die für ein sozial gerechtes, friedliches und mitmenschliches Zusammenleben in der Bundesrepublik und weltweit eintritt.

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