Endstation Mühlenteich

Am Wehr des Mühlenteiches ist Endstation für viele Fische, die den Oberlauf der Schmarr erreichen wollen. Deshalb soll  das Wehr durch eine Fischtreppe ersetzt werden. Foto: Alexander Landsberg
Am Wehr des Mühlenteiches ist Endstation für viele Fische, die den Oberlauf der Schmarr erreichen wollen. Deshalb soll das Wehr durch eine Fischtreppe ersetzt werden. Foto: Alexander Landsberg

Eine geplante Fischtreppe am Wehr des Mühlenteiches löst einen Streit zwischen Umwelt- und Denkmalschutzbehörden aus. Das historisch gewachsene Stadtbild wird nach Ansicht des Denkmalschutzes durch eine Fischtreppe grundlegend verändert.

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24. Januar 2008, 07:32 Uhr

Hagenow - Romantisch schlängelt sie sich durch die Hagenower Altstadt. Vorbei an der Kirche und der Grundschule, eingebettet in die Grüne Lunge der Stadt mündet sie in den Mühlenteich – die kleine Schmarr. Ein gutes Stück Hagenow meint der eine. Der andere hingegen sieht im Mühlenteich ein großes Problem.

Noch in diesem Jahr soll mit den Bauarbeiten für eine Fischtreppe begonnen werden. Doch um die Form und Größe des Projektes ist ein Streit zwischen Naturschützern und der Denkmalschutzbehörde ausgebrochen.

Seit der künstlichen Aufstauung der Schmarr zum besagten Mühlenteich können Fische nicht mehr den Oberlauf der Schmarr erreichen, also ihre ursprünglichen Laichgebiete aufsuchen. Das Wehr stellt für fast alle Fischarten ein unüberbrückbares Hindernis da.

Die Europäische Union will den Fischen in der Hagenower Schmarr helfen. Nach der Wasserrahmenrichtlinie sollen Fisch-Barrieren bis zum Jahre 2015 beseitigt werden. In die Renaturierung der Schmarr steckte die Stadt in den vergangenen Jahren tausende Euro. Das von dem Wasser- und Bodenverband Boize-Sude-Schaale angeregte Projekt wird zu 70 Prozent aus Fördermitteln von der Europäischen Union finanziert und kostet rund 160 000 Euro.

Wolfgang Kröber, Konservator beim Landesamt für Denkmalpflege, ist gegen eine naturnahe Variante: "Der Mühlenteich wurde aus technischen Gründen, zum Betrieb einer Mühle angestaut und der städtische Charakter sollte auf jeden Fall erhalten bleiben, deshalb können wir nur eine technische Lösung, wie den Borstenfischpass (eine Fischtreppe mit versetzten Borsten) akzeptieren. Alles andere findet seitens des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege keine Zustimmung."

Auch Michael Baehr von der unteren Denkmalschutzbehörde unterstützt diese Forderung. "Die Altstadt von Hagenow ist Denkmalbereich und muss geschützt werden. Deshalb sind die geplanten Maßnahmen denkmalgerecht zu gestalten. Denkmalgerecht heißt nicht naturnah. Ein Borstenfischpass ist eine vernünftige Lösung für den Mühlenteich", so Michael Baehr.

Die Stadt hingegen hat eine andere Haltung und favorisiert eine naturnahe Lösung, eine Raue Sohlrampe. "Eine naturnahe Variante wird von der Stadt, dem StAUN und dem Landkreis unterstützt", sagt Matthias Lidzba von der Stadt Hagenow. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der Fischtreppe begonnen werden. Eine gute Wahl meint auch Harald Laabs, Vorsitzender vom Angelverband "Früh auf" e.V.: "Eine Fischtreppe ist eine wirklich gute Investition. Sie fördert den Artenreichtum ungemein."

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