Kommentar des Autors : Eltern die Leidtragenden

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22. August 2016, 18:45 Uhr

Während es fein austarierte Bedarfsplanungen für Krankenhäuser, Arztpraxen und andere Leistungen im Gesundheitswesen gibt, fehlt dieses Steuerungsinstrument für Hebammen, denen eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung frisch gebackener Eltern zukommt. Die vielerorts spürbare Unterversorgung mit den Fachkräften sorgt nur für Schulterzucken in der Politik.

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe kam vor zwei Jahren zu dem Schluss, dass die Hebammen-Verbände selbst die Versorgungssituation erfassen sollen. Wie dies Verbandsvertreter neben ihrer Arbeitszeit bewerkstelligen sollen, bleibt völlig offen. Die Untätigkeit der zuständigen Ministerien wirkt auch deshalb erstaunlich, da gleichzeitig Netzwerke gefördert werden, mit denen jungen Familien unter die Arme gegriffen wird.

Um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, ist nicht nur der Bundesgesetzgeber, sondern sind auch Länder und Kommunen in der Pflicht. Die Landesregierung kann die Ausbildung verstärken, Städte und Gemeinden können kostengünstige Praxisräume bereitstellen.

Absehbar ist schon heute, dass sich dieses Problem in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird – Leidtragende sind die Eltern.

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