Elch überquert Autobahn - und stirbt

In Vorpommern ist vermutlich wieder ein Elch unterwegs. Der Landkreis fordere Autofahrer in der Region deshalb auf, wieder stärker auf Wild zu achten.
In Vorpommern ist vermutlich wieder ein Elch unterwegs. Der Landkreis fordere Autofahrer in der Region deshalb auf, wieder stärker auf Wild zu achten.

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02. September 2012, 06:16 Uhr

Rüdersdorf/Potsdam | Ein Elch ist beim Überqueren einer Autobahn bei Berlin ums Leben gekommen. Das imposante Wildtier - Elche werden bis zu drei Meter lang und 800 Kilogramm schwer - wurde am Sonnabend auf der A10 zwischen Rüdersdorf und Erkner von einem Auto angefahren. Der Elch überlebte diesen ersten Zusammenstoß zwar, wurde dann aber von einem Lastwagen getötet. Bei dem Unfall wurde auch ein Autofahrer schwer verletzt. Die Strecke war zeitweise gesperrt.

Elche tauchen zunehmend in Brandenburg auf. Etwa 70- bis 100-mal wurden sie dort seit 1990 gesichtet, sagte Diplom-Forstingenieur Jan Engel vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE). Vor allem Jäger in den Gegenden an Oder und Neiße meldeten solche Erlebnisse. Auch Engel ist schon Elchen begegnet: "Das ist eine ganz eigenartige, wunderschöne Beobachtung. Man kommt sich vor wie in der größten Wildnis von Skandinavien", sagte er.

Die Geschäftsführerin des Wildparks Schorfheide, Imke Heiter, ist wenig verwundert über das zunehmende Auftauchen des Elchs. "Er gehört zu den einheimischen Tieren", sagte sie. In ihrem Park gibt es drei Elche. Auch in freier Wildbahn sei die Hirschart seit den 1970er-Jahren oft gesehen worden. "Das sind ganz alte Wildwechsel, wohin die Tiere zurückkehren." Nach Angaben von Forst ingenieur Engel gab es schon immer Elche in Brandenburg. "Er war aber hier nie so richtig heimisch wie in Polen oder noch weiter östlich, sondern zog immer mal durch. Zu DDR-Zeiten wurde er sogar gejagt", sagte der Fachmann.

Woher der getötete Elch stammte, war zunächst unklar. Die Polizei in Bernau vermutete, dass Tier sei über die Oder aus Polen nach Deutschland gekommen.

Weil insbesondere Brandenburgs Jäger seit Jahren immer häufiger Elche in den Wäldern beobachten, ist das Agrarministerium an einer Bestandsaufnahme interessiert. Die Forschungsstelle Wildökologie und Jagdwirtschaft beim LFE soll bis Jahresende einen Managementplan erstellen, der Empfehlungen zum Umgang mit den Tieren gibt.

Größte Hirschart

Elche sind die größte lebende Art der Hirsche. Sie leben gewöhnlich in kälteren Regionen der Nordhalbkugel – vor allem in Kanada, Alaska und den nordwestlichen USA sowie von Ostsibirien bis Skandinavien. Aber auch im Osten Deutschlands wurden schon mehrere Tiere gesichtet. Sie kommen vermutlich aus Polen, Tschechien oder den baltischen Staaten.

Fachleute erwarten, dass sich Elche etwa in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg dauerhaft ansiedeln könnten. Bis ins frühe Mittelalter lebten Elche in ganz Deutschland. Elche lieben sumpfiges Gelände, können gut schwimmen und wiegen bis zu 800 Kilogramm. Die Tiere mit dem mächtigen Schaufelgeweih ernähren sich von Zweigen, Blättern, Sumpf- und Wasserpflanzen. Elche leben als Einzelgänger oder in kleinen Trupps. Sie können etwa zwölf Jahre alt werden. Wölfe und Bären sind ihre natürlichen Feinde.

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