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Elbhochwasser erreicht Rekordwert Pegel stagniert

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erstellt am 23.Jan.2011 | 05:13 Uhr

as Elbhochwasser hat am Wochenende in Norddeutschland Rekordwerte erreicht. Es lag um mehrere Zentimeter höher als beim Hochwasser vor fünf Jahren. In Lauenburg stieg am Samstagabend der Pegel auf 9,20 Meter, wie Bürgermeister Harald Heuer (CDU) sagte. Der Scheitelpunkt sei damit erreicht. Der Wasserstand hielt sich am Sonntag und sollte in den kommenden Tagen langsam wieder sinken. Die Lage sei entspannt und ruhig, die Deiche hielten, sagte Ulrich Mentz vom Landkreis Lüneburg. In Dömitz sank die Elbe am Sonntag sogar leicht.

„Wir haben eine stabile Hochwasserlage“, sagte der Lauenburger Bürgermeister Heuer. Die Helfer seien unermüdlich im Einsatz. Keine Straße sei überflutet. 14 Häuser in der Altstadt seien im Erdgeschoss überflutet worden. Das Hochwasser stehe direkt an den Außenwänden der Häuser in der historischen Altstadt. „Da wird kontinuierlich gepumpt“, sagte Heuer. Auch würden weiterhin zusätzlich Sandsäcke als Schutz gegen das Hochwasser eingesetzt.

In Bleckede (Landkreis Lüneburg) stand der Elbpegel Sonntagmittag bei 11,46 Meter, wie in Lauenburg acht Zentimeter höher als 2006, sagte Ulrich Mentz. Der Bleckeder Ortsteil Alt Garge gilt als besonders gefährdet, weil dort nur ein provisorischer Deich aus Sand und Sandsäcken Gebäude schützt. „Der Notdeich hält“, sagte Mentz.

Die Gärten der angrenzenden Häuser standen aber schon unter Wasser.
Die Altstadt in Hitzacker, die vor fünf Jahren überflutet wurde, blieb dagegen trocken. Sie wird durch eine neue Spundwand geschützt.

Der Höchststand der Elbe lag am Sonntag bei 7,70 Meter, sieben Zentimeter höher als 2006. Der erwartete Hochwassertourismus blieb weitgehend aus.

In Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern sank das Hochwasser am Sonntag sogar wieder leicht. In der Nacht sei der Pegel auf 6,72 Meter angestiegen, acht Zentimeter über dem Höchststand von 2006. Am Sonntagmorgen stand das Wasser in der Elbe noch 6,70 Meter hoch, sagte der Sprecher des Landkreises Ludwigslust, Andreas Bonin. Die Deiche hielten dem Rekordhochwasser stand.

Am Sonntagnachmittag machten sich Ministerpräsident Erwin Sellering und Umweltminister Till Backhaus (beide SPD) ein Bild über die Lage im Hochwassergebiet. Sie ließen sich in der Dömitzer Außenstelle des Amtes für Landwirtschaft und Umweltschutz in die Schutzmaßnahmen zur Hochwasser-Abwehr einweisen. Danach traf er Helfer der Freiwilligen Feuerwehr am Elbdeich bei Dömitz. „Das ist der höchste Pegelstand, den die Elbe hier je hatte,“ sagte Sellering. „Es zeigt sich, dass sich die in den letzten Jahren vorgenommenen Schutzmaßnahmen bewährt haben. Allerdings wird das Wasser noch Tage auf die Deiche drücken. Erst dann kann endgültig Entwarnung gegeben werden.“

Mehr als 120 Wachen kontrollierten den Zustand der Deiche im Bereich Dömitz und Boizenburg. Es habe keine gravierende Meldung gegeben, die eine besondere Sicherungsmaßnahme erfordert hätte, sagte Bonin. Bis Mitte nächster Woche werden die Deichwachen die Schutzanlagen noch rund um die Uhr kontrollieren. Die Stellen, an denen das Wasser durch den Deich sickert, nehmen zu. „Das ist normal, weil seit Tagen enormer Druck auf den Deichen lastet. Damit werden die Kontrollen von Tag zu Tag wichtiger,“ sagte Frank Müller vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) kündigte an, dass die Wasserstände nur sehr langsam wieder fallen. Erst für Donnerstag wird mit einem spürbaren Rückgang gerechnet. Es werde zudem Wochen dauern, bis die Elbe in ihr ursprüngliches Flussbett zurückgekehrt sei, hieß es.

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