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24. Oktober 2017 | 00:52 Uhr

Ekel-Alarm auf Schienen

vom

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2011 | 06:45 Uhr

Berlin | Bahnkunden müssen ab sofort tiefer in die Tasche greifen. Mit dem Fahrplanwechsel in der Nacht zum Sonntag stiegen die Preise im Nahverkehr um durchschnittlich 2,7 Prozent. Im Fernverkehr - also bei ICE, Intercity und Eurocity - erhöhten sich die Ticketpreise sogar um 3,9 Prozent. Der Fahrplanwechsel verlief laut Bahn ohne Probleme: Es sei alles reibungslos gelaufen, teilte ein Bahnsprecher am Vormittag mit. "Wir sind gut in den dritten Advent gestartet."

Auch für die Bahncard und für Reservierungen müssen viele Fahrgäste tiefer ins Portemonnaie greifen: In der 2. Klasse steigt der Preis für die Bahncard 25 von 57 auf 59 Euro; bei der Bahncard 50 werden statt 230 nun 240 Euro fällig. Sitzplatz-Reservierungen kosten einheitlich in der 1. und 2. Klasse vier Euro - unabhängig davon, wo man sie bucht. Damit werden Reservierungen im Internet und am Automaten teurer, am Schalter hingegen preiswerter.

Unterdessen muss sich das Unternehmen mit Hygiene-Vorwürfen auseinander setzen. Nach NDR-Recherchen gibt des in vielen Zügen schwere Mängel. Massenhaft Keime und Bakterien seien nicht nur in den Toilettenräumen, sondern auch auf Sitzplätzen, Armlehnen und Türöffnern gefunden worden, berichtet das NDR-Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin "Markt" (Sendung: 12. Dezember, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen).

Stichprobenartig wurden dem NDR zufolge Hygieneproben im Intercity-Express (ICE), Intercity (IC), Regional-Express (RE) und in der Regionalbahn (RB) genommen - an Toilettenspülknöpfen, Wasserhähnen, Türklinken, Festhaltegriffen, Armlehnen, Türöffnern und Sitzplätzen. Dabei wiesen 50 der 70 Proben reichliches, viele Proben sogar massenhaftes Wachstum von Bakterien und Keimen auf. Besonders hohe Belastungen zeigten sich in ICE-Zügen.

Die Deutsche Bahn wies die Vorwürfe zurück. Die Züge würden regelmäßig und in verschiedenen Stufen gereinigt, heißt es in einer Erklärung an die NDR-Redaktion: "Im Rahmen unserer Qualitätssicherung überprüfen wir die Reinigungsprozesse kontinuierlich." Fast alle Keime, die sich in der Umwelt befinden, seien für die Menschen im Normalfall nicht gefährlich, so die Bahn.

Ganz anders hört sich das aus dem Mund von Professor Wolfgang Streit vom Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie der Universität Hamburg an. Der Wissenschaftler sprach von einer "beeindruckenden Anzahl an Keimen". Man sei "nicht überzeugt, dass dort gründlich geputzt wird".

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