Splitter : „Eisstübchen Eldena“ startet in die Saison

Annette Ihde in ihrem neu gestalteten Eisstübchen.
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Annette Ihde in ihrem neu gestalteten Eisstübchen.

Annette Ihde freut sich nach Umbauarbeiten im Innenbereich ihres Eiscafés nun wieder auf viele Gäste

svz.de von
14. März 2016, 11:28 Uhr

Das „Eisstübchen Eldena“ von Annette Ihde in der Straße der Jugend 11b in Eldena strahlt in neuem Glanz. „In den letzten Wochen und Monaten haben wir hier, mein Mann Rico und ich, gemeinsam mit vielen fleißigen Helfern eine Menge Arbeit und Zeit investiert“, so die junge Frau. „Der Fußboden ist neu gemacht, es wurden Fliesen verlegt, der Toilettenbereich neu gestaltet.“ Die Stühle hatte die Eiscafé-Betreiberin neu beziehen lassen. „Auch die Küche haben wir ein bisschen verändert“, so Annette Ihde, und freut sich über die sichtbaren Veränderungen. Auch die Außenanlagen werden verschönert, und es soll eine schöne Essecke entstehen. „Das haben wir alles in Eigenleistungen gemacht“, so Annette Ihde, die ihr Eisstübchen offiziell am 2. März 2016 wieder öffnete und damit die neue Eissaison einleitete.

Vom ehemaligen Betreiber hatte sie im März 2015 das Eiscafé übernommen. Im Oktober des vergangenen Jahres begann sie dann nach Saisonende mit den Umbauarbeiten. Aber nicht nur Eiskreationen möchte Annette Ihde ihren Gästen anbieten, auch Geburtstage und Feiern jeglicher Art bis zu 20 Personen will sie ausrichten. „Ab Mai wollen wir dann an jedem zweiten Sonnabend ab 17 Uhr zu einem Grillabend einladen.“

Waldstraße in Güritz steht vor dem Ausbau

Auch für 2016 hat die Gemeinde größere Investitionsprojekte im Blick. Dazu gehören der Ausbau der Waldstraße, einer Gemeindestraße in der Ortslage Güritz, und die Sanierung der Turnhalle in Eldena, die zu einer Mehrzweckhalle werden soll. Für das Hallenprojekt hat die Gemeindevertretung das Planungsbüro Annett Ohm beauftragt. Beide Investitionen können nur mit Fördermitteln vorgenommen werden. Der Fördermittelbescheid für die Waldstraße wird am 18. März überreicht.

Spielerisch Kindern Brandschutz erklären

„Vereine tragen zu einem abwechslungsreichen Leben innerhalb der Gemeinde bei, sie haben schließlich alle zusätzlich eine riesige Außenwirkung“, so die Bürgermeisterin Elke Ferner. Beispiel Feuerwehr. „Unsere Stützpunktfeuerwehr hat 32 Kameraden in der Einsatzabteilung, fünf Kameraden in der Reserve und 16 Kameraden in der Ehrenabteilung, davon drei Aktive.“ Eldena hat einer der größten Jugendfeuerwehren mit seinen 23 Mitgliedern und weiteren 15 Mitgliedern in der Kinderfeuerwehr. Der Förderverein der Feuerwehr zählt neun Mitglieder. Jugendwehrführer Christian Wilke erhielt 2015 die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr. Er engagiert sich enorm für den Brandschutz in Kita und Schule und schrieb sogar selbst ein Stück als Puppenspiel, um den Kindern das Verhalten zur Vermeidung von Feuer zu vermitteln.

Eldena ist auch sportlich: Der LSV „Schwarz-Weiß“ Eldena hat etwa 330 Mitglieder, wobei gut 200 aus der Gemeinde selbst kommen. Von der Gesamtanzahl ausgehend gibt es ca. 180 Kinder und Jugendliche. Zu nennen ist auch der Reitverein mit 41 Mitgliedern, der Angelverein mit 148 Mitgliedern und der Schützenverein, der 60 Mitglieder hat und sich zunehmend für Jugendarbeit engagiert. Auch der Grundschulverein mit 25 Mitgliedern leistet gute Arbeit.

Und eine starke Ortsgruppe der Volkssolidarität mit seinen um die 75 Mitglieder kümmert sich hauptsächlich um die Belange der älteren Generation.


Ein neuer Penny-Markt entsteht in Eldena.
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Ein neuer Penny-Markt entsteht in Eldena.
 

Neuer Penny-Markt in der Dömitzer Straße

Die Gemeinde verfügt über eine leistungsfähige Infrastruktur mit Schule, Kita, Versorgung, medizinischer Betreuung, ordentlichen Straßen, Wegen, Plätzen - all das ist aus Sicht der Bürgermeisterin unabdingbar, um sich als Gemeinde zukunftssicher aufzustellen. „Unsere Grundschule besuchen 69 Schüler. Davon sind aus 29 Eldena. Die Kita ,Eldespatzen’ wird von insgesamt 78 Kindern besucht. Aus Eldena sind es insgesamt 44. Wir halten eine Kindertagesstätte vor, die fast zur Hälfte von Nachbargemeinden genutzt wird. Selbstverständlich brauchen wir kein leeres Haus, aber die Gemeinde Eldena trägt auch Kosten für die anderen Gemeinden, denn es gibt immer Ausgaben, die nicht in das Entgelt eingerechnet sind oder werden“, so Elke Ferner. Die Gemeinde Eldena stützt den Elternbeitrag für die eigenen Kinder mit 5 Prozent. Gute medizinische Versorgung mit Arzt, Zahnarzt, zwei Physiotherapiepraxen, mit einem Pflegedienst, einer Fußpflege und Apotheke sind weitere Pluspunkte bei den Standortfaktoren.

Bald wird sich auch die Nahversorgung weiter verbessern: In der Dömitzer Straße öffnet ein neuer Penny-Mark.

Stuck, ein Ortsteil der Gemeinde Eldena , feiert 2016 das 725-jährige Bestehen.
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Stuck, ein Ortsteil der Gemeinde Eldena , feiert 2016 das 725-jährige Bestehen.
 

1291 erstmals urkundlich erwähnt

Das idyllisch am Waldrand gelegene Dorf Stuck – ein Ortsteil von Eldena - ist in diesem Jahr 725 Jahre alt. Die 700-Jahr-Feier im Juni 1991 ist manchem Bewohner noch in guter Erinnerung. Ein umfangreiches Festprogramm mit Brotbacken im altertümlichen Backofen, Markttreiben, Frühschoppen und vieles mehr werden sie sich nunmehr in Erinnerung rufen. Im Backofen von Fritz Steinkopf ließen die Stucker die alte Tradition wieder aufleben. Den Jüngeren diese Backkunst zu zeigen, war das Anliegen von Fritz Steinkopf und Frau Fehrendt, die für den Brotteig sorgte.

Im Jahre 1291 als Stuken erstmals im Mecklenburgischen Urkundenbuch erwähnt, hieß es 1308 nur Stuke. Im Rundlingsdorf gibt es 1551 laut Landbederegister Eldena (Bezeichnung für mittelalterliche Steuer) neun Hufen. In diesem Register sind 1569 in Stuck verzeichnet: Achim Steinkopff, Achim Thomas, Drewes Kethellhoene, Achim Freundt, Kurdt Ludemann, Claus Schultze, Peter Francke, Achim Niebur, Bartelth Jastram.

Im Jahr 1898 hat Stuck 11 Erbpächter, 2 Büdner und eine Häuslerei mit insgesamt 148 Einwohnern. 1981 lebten in Stuck 106 Einwohner, 54 weibliche und 52 männliche. 1988 sind von den etwa 100 Einwohnern ein Drittel unter 30 Jahre alt, somit ein junges Dorf. Inzwischen leben in diesem Dörfchen nur noch 85 Personen.

Aufnahme aus 1899: Emma und Rudolf Möller aus Stuck, angefertigt vom Hoffotograf Ferdinand Esch aus Ludwigslust.  Repro: Privat
Aufnahme aus 1899: Emma und Rudolf Möller aus Stuck, angefertigt vom Hoffotograf Ferdinand Esch aus Ludwigslust. Repro: Privat
 

Ehepaar Möller brachte dem Hoffotografen Glück

Stuck hat im Laufe der Jahrhunderte eine wechselvolle Historie erlebt, darüber gibt auch die Geschichtsschreibung Auskunft.

Als die Reformation Mecklenburg erreichte, wurden die großen Güterbesitzungen des Klosters 1556 verweltlicht (Säkularisation). Zugleich wurde Eldena Sitz eines Mecklenburgischen Amtes. Als Amtsgebäude diente das alte Klostergebäude. Seinerzeit zählten zum Amt: Malk, Bockup, Conow, Grebs, Karenz und Probstwoos. Dazu kamen die Dörfer Göhren, Stuck, Grittel, Liepe, Bresegard, Glaisin, Malliß und Krohn. Ein großer Teil des Amtes Eldena ging 1864 an das Amt Dömitz über.


Beim Feiern das ganze Dorf auf den Beinen


Das Amt Grabow und Amt Eldena fusionierten 1795 und legten den Sitz in Grabow fest. Das Amt Grabow/Eldena umfasst laut Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe aus dem Jahr 1894 insgesamt 10 Kirchen, 27 Schulen, 4 Pachthöfe (sämtliche der Kammer gehörig) und 1 Ziegelei. Am 27. Juli 1950 erfolgt die Eingemeindung der Gemeinden Krohn, Stuck und Güritz nach Eldena. Im Übergabeprotokoll quittiert Bürgermeister Wüstenberg den Erhalt der Akten für Schule, Armenwesen und der Volkszählung.

Wenn es etwas zu feiern gibt, ist das ganze Dorf auf den Beinen. Der Zusammenhalt ist enorm. Das bewiesen die Stucker zum Ende des letzten Jahres, als sie ganz spontan der Firma Georg Koch GmbH Malchin Danke sagen wollten. So etwas hatten die Bauarbeiter bisher noch nie erlebt. In guter Absprache untereinander zauberten sie für alle ein schmackhaftes Abendbrot. Der Jagdpächter Jörg Brassat sponserte das Wildgulasch. Die Firma baute den Lückenschluss auf der LO7 zwischen Eldena und Strassen.


Leute aus Hamburg fanden hier Unterschlupf


Während des II. Weltkrieges wurde Hamburg bombardiert. Viele Menschen verloren ihr Leben, andere vielfach ihr Dach über den Kopf. Wer Verwandte auf dem Lande besaß, flüchtete zu ihnen. Manch einer suchte aber auch Unterschlupf bei irgendeinem Bauern und arbeitete für Kost und Logis. Eine Frau weilte über längere Zeit auf dem Bauernhof Krull. Sie lernte während ihres Aufenthalts die weiteren Bauern kennen und begann einen Vers zu dichten, welcher lautet: „Krull mit sienen beslagenen Wagen. Franck’ künn doch noch düller jagen. Möller mit sien Eierrad. Cordt föhrt all’ de Poggen tau Stadt. Schmädt kickt oewer den’n hogen Tun. Arndt hett farwt sien Büx ganz brun. Schröder kloppt heel breet den’n Speck. Böttcher hüppt giern oewer sien Heck. Steinkopp russelt in dat Stroh. Brockmöller deit dat äbenso. Wiechmann mit sienen langen Dägen, kann Höffler mit oewer’t Water fägen.“ Diesen „Snicksnack oewer die ollen Stucker Buern“ nahm Hans Ulrich Thee als Verfasser der Stucker Chronik für die 700-Jahr-Feier in diese mit hinein.

Alte Bilder erzählen ebenso Geschichten: Rico Möller aus Stuck ist im Besitz einer wunderschönen und wertvollen Aufnahme. Sie zeigt seine Urgroßeltern Emma und Rudolf Möller. Der Hoffotograf seiner Hoheit des Herzogs Paul Friedrich zu Mecklenburg fertigte es an und wurde auf der Fotoausstellung in Hamburg im Jahre 1899 dafür prämiert.

Bauernhaus Möller in Stuck, um 1960 abgerissen.
Foto: Foto: Privat
Bauernhaus Möller in Stuck, um 1960 abgerissen.
 

Eine Aufnahme des alten Wohnhauses von Rudolf Möller zeigt die wunderschöne Architektur von Bauernhäusern, in welchem Mensch und Tier unter einem Dach lebten. Rudolf Möllers Enkel Egon riss Anfang der Sechziger Jahre das Bauernhaus ab und errichtete ein neues modernes Gemäuer.

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