Splitter : Einzige Landapotheke Brandenburgs in Glöwen

Sabine Timm (l.) und Katrin Bröcker beraten die Kunden in der Glöwener Waldapotheke
Sabine Timm (l.) und Katrin Bröcker beraten die Kunden in der Glöwener Waldapotheke

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17. August 2016, 11:09 Uhr

Unscheinbar steht das gelbe Haus inmitten der Ortslage Glöwen in der Bahnhofstraße. Die „Waldapotheke“ sei die letzte Land- bzw. Dorfapotheke Brandenburgs, sagt Sabine Timm. Am 1. September 1959 wurde die Apotheke eröffnet und mit der Wende privatisiert. Heute führt Eileen Timm die Apotheke in Glöwen. „Es gab immer wieder Höhen und Tiefen, und wir haben hin und wieder schon überlegt, ob wir die Apotheke hier im Ort noch halten können oder nicht. Aber bislang ist uns das gelungen, und das verdanken wir vor allem unseren zahlreichen Stammkunden“, sagt Sabine Timm. Neben ihrer Tochter Eileen arbeitet Kathrin Bröcker hier. Man hat sich in Glöwen auf Naturheilkunde spezialisiert, besucht Seminare und Weiterbildungen und setzt vor allem auf eine gute Kundenberatung. „Früher sagte man ja auch in der Apotheke, dass wir Patienten beraten, aber heute sind es eben auch Kunden“, schildert Sabine Timm. In Glöwen arbeite man sehr gut mit der Tagespflegestätte Förster zusammen, und man beobachtet, dass der Einzugsbereich der Apotheke größer wird. „Von den Kunden hier aus Glöwen könnten wir nicht leben. Aber wir beobachten eben, dass auch Kunden aus den Bereichen wie Kunow oder sogar aus Gumtow, die ja eher eine räumliche Bindung nach Kyritz haben, hier her zu uns nach Glöwen kommen, sich beraten lassen und ihre Rezepte einlösen“, sagt Sabine Timm. Was die Lieferfähigkeit von Medikamenten anbelangt, ist die kleine Dorfapotheke nicht schlechter gestellt als die Apotheken in den Städten. Auch hier werden täglich Medikamente angeliefert und wenn ein Artikel nicht vor Ort ist, wird er zum Teil noch am selben Tag nachgeliefert. „Da unterscheiden wir uns von anderen Apotheken gar nicht. Das einzige ist, wenn man mal die Übersichten über die einzelnen Umsätze der Apotheken bekommt, finden wir uns immer am unteren Ende wieder. Das war aber schon immer so, und wir machen das ganze hier natürlich auch mit ganz viel Überzeugung und Enthusiasmus“, sagt die Seniorchefin. Der persönliche Kontakt zu den Kunden sei ganz wichtig, und zufriedene Kunden seien die beste Werbung, auch für eine Apotheke auf dem Land.

Alte Wehrkirche in neuem Gewand

Die Kirche zu Groß Leppin liegt am Wilsnacker Pilgerweg und wird jedes Jahr von zahlreichen Pilgern besucht. Geschätzt wird, dass die prignitztypische massive Wehrkirche um 1300 erbaut wurde. Der erste dokumentierte Umbau erfolgte im Jahr 1700, ein weiterer im Jahre 1876. Zehn Jahre zuvor, 1866, wurde das zweigeschossige Schulhaus in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche gebaut. Die Kosten dafür teilten sich damals Gemeinde und Kirche. 1919 wurde eine Orgel des Baumeisters Grünberg aus Stettin für 6700 Mark in der Kirche eingebaut. Diese wurde erst kürzlich saniert. Auch die Dächer von Turm und Schiff wurden mittlerweile erneuert, die Deckenbemalung im Innenraum restauriert. Gemeindekirchenrat und Förderverein engagieren sich sehr für das Haus.

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