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17. November 2017 | 20:42 Uhr

Einmaliges Projekt in der deutschen Zookultur

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2011 | 06:23 Uhr

Rostock/Zürich | Noch ist das Pongoland im Leipziger Zoo die naturgetreueste Anlage für Menschenaffen. Mit dem Darwineum im Rostocker Zoo wird sich das ändern. "Es wird eine Vorzeigeanlage für alle deutschen Zoos", sagt Dr. Christian Schmidt, Experte für Menschenaffen. Er hat an der Züricher Universität zum Thema Tierpsychologie promoviert.

Um den Gorillas und Orang-Utans ein angenehmes Zuhause bieten zu können, müsse eine waldähnliche Landschaft geschaffen werden. "Der Waldcharakter ist für sie sehr wichtig", sagt der Zoologe. Daraus besteht ihr natürlicher Lebensraum. Orang-Utans verbringen fast ihr ganzes Leben in den Bäumen und bei den Gorillas bleibt nur das Männchen am Boden. Die übrigen Familienmitglieder hangeln sich durch die Äste. "Ein karges Feld oder eine Küste wären da völlig falsch", so Schmidt. Für viele Tiergärten sei es schwierig, diese Urwaldlandschaft zu gestalten. Ihnen fehle es an einer entsprechenden Umgebung. "In Rostock ist die Lage ideal", sagt Schmidt. Damit sie sich wohlfühlen, brauchen sie Büsche und Hecken, hinter denen sie sich verstecken können. "Da der Rostocker Zoo beabsichtigt, seine Gorilla- und Orang-Utan-Gruppen zu vergrößern, spielt es auch keine Rolle für die Besucher, wenn mal ein Tier nicht zu sehen ist", so der Experte. Wassergräben seien zwar für die Fauna wichtig, spielten aber für die Affen keine Rolle. Einzigartig für die deutsche Zoo kultur sei außerdem die Größe des Rostocker Innengeheges: "So viel Platz wird den Tieren in keinem anderen Zoo geboten."

Durch Rückzugsmöglichkeiten fühlen sich die Affen in ihrer Anlage wohl. Je besser es ihnen geht, umso aktiver sind sie und bereiten Besuchern Freude. "In einer kargen Umgebung lebend, würde sich ein Orang-Utan beispielsweise traurig in die letzte Ecke des Geheges verkriechen", sagt der Tierforscher. Damit sich die Tiere nicht langweilen, rät Schmidt, Gegenstände anzubringen, um sie zu beschäftigen. "Ich bin mir sicher, dass der Zoo dort etwas installieren wird", meint er. Eine Wand mit kleinen Löchern, in die man Honig füllen kann, ist nur ein Beispiel. "Wenn Gorillas mit ihren Fingern nicht an den Honig herankommen, müssen sie sich anstrengen und einen Stock nehmen", so Schmidt.

Weltweit leben noch etwa 35 000 Orang-Utans und wenige 10 000 Gorillas in Freiheit. Etwa 700 Gorillas sind in Menschenobhut, 400 davon in Europa. Nach Leipzig verfügen Frankfurt am Main und Berlin über die besten Affengehege.

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