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23. November 2017 | 17:50 Uhr

Eingewanderte Tiere richten schwere Schäden an

vom

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2013 | 06:25 Uhr

Schwerin/Rostock | Marderhund, Mink, Waschbär und andere tierische Invasoren breiten sich rasant aus - auch mit negativen Folgen, wie der Deutsche Jagdschutzverband mitteilt. Der Verband macht den Waschbär unter anderem für den Niedergang der stark gefährdeten Europäischen Sumpfschildkröte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich. Bundesweit soll es bereits 500 000 dieser aus Nordamerika stammenden Kleinbären geben. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Tiere bereits in 27 Prozent aller Jagdreviere zu Hause, in Brandenburg in sogar 75 Prozent.

"Noch schlimmer ist der Mink. Der frisst uns entlang der Gewässer die Wasservogelgelege weg", sagte der Rostocker Zoologe Professor Ragnar Kinzelbach. Der Mink - oder amerikanische Nerz - ist im Nordosten in 21 Prozent aller Jagdreviere gesichtet worden. Die Raubsäuger gehen auf entwichene oder befreite Farmtiere zurück.

Wie fremde Tiere heimische Arten verdrängen, zeigt das Beispiels der spanische Wegschnecke. Ursprünglich von der iberischen Halbinsel stammend wurde sie offenbar durch Obst- und Gemüsetransporte nach Mitteleuropa eingeschleppt und ist durch ihre maßlose Vermehrung mittlerweile auf Platz eins der häufigsten Schneckenarten in Deutschland. Schäden richten eingewanderte Tiere nicht nur beim Artenschutz und in Ökosystemen an. Eine Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA) geht davon aus, dass durch Welthandel und Touristen etwa 10 000 verschiede Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume in Europa erobert haben. Laut Studie entstehe dadurch jährlich ein Schaden von zwölf Milliarden Euro. Vor allem die Fischerei, aber auch Wasserversorger und Hafenbetreiber leiden unter den invasiven Arten.

So zerstört die chinesische Wollhandkrabbe laut Umweltstiftung WWF allein in Deutschland Fischereiausrüstung und industrielle Infrastruktur im Schätzwert von 80 Millionen Euro. Einige Neuankömmlinge bringen gesundheitliche Gefahren mit. So können die Gifthaare des ursprünglich von der iberischen Halbinsel stammenden Eichenprozessionsspinners Hautreizungen und sogar Bronchitis und Asthma auslösen.

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