SPD-Landratskandidat Stefan Sternberg : „Eine Wahl ist ja kein Schnitt…“

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gratulierte Stefan Sternberg zur Wahl.
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Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gratulierte Stefan Sternberg zur Wahl.

SVZ-Interview mit Stefan Sternberg, der am Wochenende von der SPD im Kreis zum Kandidaten für die Landratswahl im Mai nominiert wurde

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14. Januar 2018, 17:00 Uhr

Stefan Sternberg wurde auf dem Kreisparteitag der SPD mit knapp 90 Prozent zum Kandidaten für die Landratswahl im Mai nominiert. Unmittelbar danach beantwortete er Fragen der SVZ-Redakteure Kathrin Neumann und Andreas Münchow.

Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung. Welcher war Ihr erster Gedanke, als das Ergebnis feststand?
Danke für die Glückwünsche. Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, war ich einfach unglaublich glücklich und dankbar.

Wer hat zuerst gratuliert?
Als erstes hat mich meine Frau gedrückt und mir gesagt, dass sie stolz auf mich ist. Danach war es Rolf Christiansen, der mir mit sehr freundschaftlichen Worten viel Erfolg für den Wahlkampf wünschte.

Herr Christiansen persönlich hat Sie gefragt, ob Sie kandidieren würden. Hätten Sie damit gerechnet, als er um ein Gespräch bat?
Überhaupt nicht. Rolf Christiansen und ich haben regelmäßig Gespräche zu aktuellen Themen. Für mich war nicht absehbar, dass er nicht erneut kandidieren wird und mich als seinen Nachfolger vorschlägt.

Schon als Bürgermeister bleibt für die Familie sicher nicht so viel Zeit, wie man sich wünscht. Zumindest bis zur Landratswahl am 27. Mai wird diese Zeit eher noch knapper werden…
Deshalb habe ich die Landratskandidatur mit meiner Frau und unseren beiden Kindern besprochen und wir haben die Entscheidung dafür gemeinsam getroffen. Das alles kann man nur leisten, wenn man eine Familie hat, die einem den Rücken stärkt. Meine Frau und meine beiden Kinder müssen nicht selten familiäre Interessen hintenan stellen, dennoch schaffen wir es regelmäßig auch einen gesunden Ausgleich zu finden, damit niemand hintenüber fällt. Darauf bin ich besonders stolz.

Erst im Oktober 2016 – und damit dreieinhalb Jahre nach der Wahl – ist das Klageverfahren gegen die Gültigkeit der Wahl zurückgewiesen worden. Anderthalb Jahre später wollen Sie der Stadt beruflich den Rücken kehren. War da nicht die ganze Mühe und der ganze Ärger um die Klage umsonst?
Von Rücken kehren kann hier keine Rede sein. Grabow ist und bleibt meine Heimatstadt. Und es braucht kein Amt, um sich in seiner Stadt zu engagieren. Ich habe das Amt des Bürgermeisters in den letzten fünf Jahren mit Herzblut ausgeübt. Gemeinsam mit vielen Partnern und einem starken Team in der Verwaltung konnten wir viel für Grabow erreichen. Als Landrat wäre ich nicht weg, sondern könnte mich weiterhin, wenn auch in anderer Form, für die Belange der Stadt und des Landkreises mit all seinen Gemeinden einsetzen.

Sie sind erst 33 Jahre alt. Fühlen Sie sich schon reif für den Landratsposten?
Seit 20 Jahren engagiere ich mich für meine Heimatstadt und die Region…

Entschuldigen Sie, dass wir sie kurz unterbrechen. Es gibt da einen schon etwas älteren Zeitungsartikel aus dem Jahre 2002.
Oh ja, an den kann ich mich gut erinnern, das war der erste Artikel über mich und meine Arbeit in Grabow. Ich war damals gerade 18. Meine Oma hat ihn voller Stolz ausgeschnitten und bis heute aufbewahrt.

Wir hatten Sie unterbrochen…
Ich finde, dass das Alter hier keine Rolle spielen sollte. Gute Beispiele dafür sind Manuela Schwesig, die mit 34 Jahren Sozialministerin unseres Landes geworden ist und auch Rolf Christiansen, der mit 36 Landrat wurde.

Diesen Gedanken möchten wir noch kurz weiter führen. Mit 28 Bürgermeister, mit 34 Jahren womöglich Landrat. Wo sehen Sie sich in 15 oder 20 Jahren?
Soweit plane ich gar nicht. Mein Ziel ist es die Landratswahl am 27. Mai 2018 zu gewinnen. Ich hoffe, dass ich danach viel für die Menschen im Landkreis Ludwigslust-Parchim erreichen kann. Meine Region und meine Heimat sind mir wichtig.

Gerade deshalb die Frage: Sie haben in Grabow viele Projekte angeschoben. Mit welchem Gefühl würden Sie das Rathaus verlassen? Wie soll es in Grabow weitergehen?
Ich habe ein tolles Team in meiner Verwaltung. Jedes Projekt wird immer durch viele gemeinsam getragen und das gibt mir ein gutes Gefühl für die Zukunft von Grabow. Eine Wahl ist ja kein Schnitt, sondern das Engagement kann auch weitergehen.

Wie haben denn Grabower Bürger, Verwaltungsmitarbeiter und Stadtvertreter sowie Freunde reagiert?
Sehr unterschiedlich. Viele haben gratuliert, drücken die Daumen und sicherten ihre Unterstützung zu. Aber natürlich kam auch die Frage „Was wird mit uns?“. Auch das kann ich verstehen. Wir sind in Grabow als starkes Team zusammengewachsen und haben viel bewegt und das soll auch in Zukunft so weitergehen.

Wenn Sie gewählt werden, was wollen Sie tun, um als Landrat für den ganzen Kreis akzeptiert zu werden?
Ich möchte weiter dafür kämpfen, dass die alten Kreisgrenzen aus den Köpfen der Menschen verschwinden und eine gemeinsame Identität mit unserem Landkreis entsteht. Eine starke Kreisstadt, starke Städte und Gemeinden sind das Fundament unseres Landkreises. Ich möchte die Einwohnerinnen und Einwohner erreichen und ein Landrat für alle in LUP sein.

Welche Projekte sind Ihnen besonders wichtig?
Es gibt viele Projekte, die von gleicher Bedeutung für unseren Landkreis sind. Eine starke Wirtschaft, Infrastruktur und gute Bildung, die zum Beispiel mit der Digitalisierung unserer Schulen unterstützt werden kann, sind hier nur einige Beispiele. Aber die Folgen der demografischen Entwicklung waren und sind für mich als Bürgermeister eine große Herausforderung, sie spornen mich an, kreisweite Projekte, wie etwa den Rufbus zu unterstützen und neue Denkansätze auf den Weg zu bringen. Jeder Einwohner gehört in die Mitte der Gesellschaft, dafür sollten wir gemeinsam sorgen.

Wir danken für das Gespräch.



 

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