Eine Schule verliert ihre Laptops

Auf die Arbeit mit Laptops müssen Schüler der Pritzwalker Gesamtschule künftig wohl verzichten. Warum das so ist, erklärt der Landkreis nicht. Foto: Hanno Taufenbach
Auf die Arbeit mit Laptops müssen Schüler der Pritzwalker Gesamtschule künftig wohl verzichten. Warum das so ist, erklärt der Landkreis nicht. Foto: Hanno Taufenbach

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05. Februar 2008, 10:32 Uhr

Pritzwalk - Schüler der Gesamtschule Pritzwalk sollen im Unterricht auf neu gekaufte Laptops verzichten. Der Landkreis will die Geräte dem Gymnasium Wittenberge zur Verfügung stellen. Schulleiter Helmut Kühn protestiert, befürchtet schlechtere Lernbedingungen und schlägt einen Kompromiss vor. Der Landkreis schweigt.

„Umsetzung von Notebooks“ heißt es in der offiziellen Mitteilung des Landkreises Prignitz, die unserer Redaktion vorliegt. Darin wird dem Schulleiter Helmut Kühn mitgeteilt, dass „die Laptops wie im November 2007 avisiert, dem Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge zur Verfügung gestellt werden. Die Abholung erfolgt am 04.02.2008.“ Rechner und Beamer verbleiben bis zum Schuljahresende in der Gesamtschule heißt es weiter.

Laptops in Gesamtschule stark genutzt
Aus Kühns Sicht sei diese Maßnahme nicht akzeptabel. In den 9. und 10. Klassen werden die Geräte im WAT-Unterricht in 18 Unterrichtsstunden pro Woche genutzt, argumentiert er in seinem ebenfalls unserer Redaktion vorliegenden Antwortschreiben an die Verwaltung.. Im Rahmen des übrigen Unterrichts würden außerdem alle Klassen die Laptos nutzen.
Die gespeicherten Datenmengen seien für den weiteren Unterricht dringend notwendig. Auf den Festplatten befinde sich die gesamte im Unterricht verwendete Software und mit den Laptops könne das Internet genutzt werden.

Entzug der Laptops verschlechtert die Arbeitsbedingungen
Drei Jahre habe die Schule für die bauliche Vorbereitung des Fachraumes und für die Finanzierung der Geräte aus Haushaltsmitteln benötigt. Seit August 2007 seien sie einsatzbereit, also seit einem Schulhalbjahr.
„Mit Ihrer geplanten Maßnahme verschlechtern Sie bewusst die Arbeitsbedingungen der Schüler bzw. Lehrer“, schreibt Kühn. Er schlug vor, die Laptops zum Schuljahresende dem Gymnasium zur Verfügung zu stellen. Da mit Beginn des neuen Schuljahres voraussichtlich die Jahn-Grundschule den jetzigen Computerraum nutze müsste die Technik in einen anderen Raum verlagert werden. Und dies sei aus Sicht des Schulleiters finanziell nicht zu rechtfertigen, da die Schule perspektivisch geschlossen wird. Keine Antworten gab auf Nachfragen der Redaktion der Landkreis. Danuta Schönhardt, zuständig für die Schulen, lehnte dies ab. Es handele sich um einen verwaltungsinternen Vorgang, der nicht öffentlich kommentiert werde.

Offen bleibt damit, warum die Laptops mitten im laufenden Schuljahr an das Gymnasium gehen sollten.

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