Eine Reise durch die Wetterzonen

Das neue Wissenschaftszentrum «Klimahaus 8 Grad Ost» in Form einer Woge (M.) in Bremerhaven wird am 27. Juni für Besucher eröffnet. (Bild: dpa)
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Das neue Wissenschaftszentrum «Klimahaus 8 Grad Ost» in Form einer Woge (M.) in Bremerhaven wird am 27. Juni für Besucher eröffnet. (Bild: dpa)

Mit einer einzigartigen Wissensschau will das Klimahaus Bremerhaven auf die globalen Folgen der Erderwärmung aufmerksam machen. Vom Regenwald bis zur Halbwüste werden Wetterzonen inszeniert und erlebbar gemacht.

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19. Juni 2009, 11:28 Uhr

Bremerhaven (dpa) - Wasser tropft von den Pflanzen, Fliegen surren um den Kopf - im «Klimahaus Bremerhaven 8° Ost» gibt es Wetter zum Anfassen. Zu Fuß einmal rund um die Welt spazieren, Temperaturunterschiede von über 40 Grad erleben.

Am Donnerstag wurde die in Größe und Machart bislang einzigartige interaktive Wissenschaftsshow offiziell eröffnet - am Samstag ist das Haus dann für alle Besucher geöffnet. Die Show zeigt die Klimazonen und die teils verheerenden Auswirkungen der Erderwärmung entlang des 8. Längengrades.

"Ausstellung kann Umdenken eher bewirken als eine Illustration"

Das Schmelzen von Gletschern reißt Geröllmassen in die Täler, Felsmassive brechen. Tornados verwüsten auch in Mitteleuropa Landstriche, Dürre bringt Hunger und Leid. Kaum ein Thema hat in den vergangenen Jahren so bewegt wie die Erderwärmung. Der teils unkontrollierte Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) heizt die Meere auf, lässt das Eis an den Polen schmelzen, Arten sterben aus.

«Eine Ausstellung kann ein Umdenken eher bewirken als eine bunte Illustration, weil man Klima am eigenen Körper erlebt», sagt der Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaft am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Peter Lemke.

Dokumentarfilm statt Schautafeln

In der neuen Wissensschau auf knapp 12 000 Quadratmetern können sich die Besucher auf eine Reise begeben. Auf 15 Ebenen werden sie unter anderem zu einer Alm in der Schweiz geführt, nach Sardinien, in die Halbwüste Sahelzone, nach Kamerun, Samoa, in die Antarktis, nach Alaska und ins Wattenmeer.

«Diese Reise hat tatsächlich stattgefunden», sagt Klimahaussprecher Wolfgang Heumer. Ein Team hat die Tour entlang des 8. Längengrades gemacht, sich mit den Menschen unterhalten und insgesamt sechs Stunden Dokumentarfilm gedreht, der nun statt sperriger Schautafeln die Reise auf allen Stationen erläutert.

Auf der Suche nach den Ursachen für den Klimawandel

Die Tour führt durch Kräuterwiesen, ausgetrocknete Flussbetten, den Bauch eines Wales und in den Rumpf eines gesunkenen Schiffes mit Aquarien. «Viele der Exponate sind Originale aus den dargestellten Ländern», erläutert Heumer. Fische, Echsen und Insekten, gezeigt wird nur, was auch in den Regionen wirklich zu Hause ist. «Man spürt richtig, was Klima ist», sagt die wissenschaftliche Leiterin des Projektes, Susanne Nawrath.

Neben der Reise gibt es in der umfassenden Ausstellung drei weitere Komponenten, die für das Thema Klimawandel sensibilisieren sollen. Sie sollen unter anderem an Experimenten zeigen, welche Handlungsweisen Ursache für globale Wetterphänomene sind, die Klimageschichte darstellen und auch die eigene Rolle im Klimapuzzle aufzeigen.

Großes Publikumsinteresse

«Das ganze Projekt basiert auf den Grundlagen des IPCC-Berichtes», erläutert Heumer. Bei neuen Erkenntnissen könnte in Teilen der Ausstellung auch nachjustiert werden. Der UN-Klimarat IPCC (Intergovernmental Penal on Climate Change) hatte in seinem jüngsten Bericht vor den drastischen Folgen der Erderwärmung gewarnt.

«Wir erwarten bis zu 600 000 Menschen im Jahr», sagt Heumer. Schon jetzt seien tausende Karten verkauft worden. Bis zu 5000 Menschen könnten täglich die Ausstellung besuchen. Es gebe auch bereits großes Interesse aus der Schweiz und aus Österreich.

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