Eine gute Halbzeit reicht nicht aus

<strong>Johannes Brinkies</strong> war  der Beste bei Hansa, zeigte, so Trainer Marc Fascher, 'eine ordentliche Leistung'. <fotos>Georg Scharnweber</fotos>
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Johannes Brinkies war der Beste bei Hansa, zeigte, so Trainer Marc Fascher, "eine ordentliche Leistung". Georg Scharnweber

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04. März 2013, 10:47 Uhr

Rostock | 0:2 (0:1) gegen den 1. FC Heidenheim - die Misserfolgs-Serie von Fußball-Drittligist FC Hansa nimmt ungeheure Ausmaße an. Nach ihrem bislang letzten Sieg, dem 2:0 über Saarbrücken Anfang November 2012, haben die Rostocker neun Partien bestritten, davon acht verloren, und kassierten jetzt die sechste Niederlage in Folge.

Holst Mittwoch gegen Burghausen gesperrt

Im Vergleich zum 1:2 beim SV Wehen Wiesbaden gab es vier Veränderungen in der Start-Elf. Mendy, Leemans und Klement spielten an Stelle von Humbert, Blum und Rilke (nicht mal im Kader, laut Trainer Fascher "aus sportlich-taktischen Gründen"). Und der Wechsel im Tor hatte sich angekündigt. Doch nicht etwa wie allgemein erwartet Hahnel stand für Müller (ebenfalls nicht unter den ersten 18) zwischen den Pfosten, sondern Brinkies! Das kam eher überraschend, ist jedoch keineswegs eine falsche Maßnahme gewesen. Der 19-Jährige war in seinem dritten Saisoneinsatz der Beste bei den Gastgebern. Er sollte jetzt die Chance verdient haben, sich als Nummer eins etablieren zu dürfen.

Der Gegner ist klarer Favorit, uns hat eh keiner auf dem Zettel, wir können nur gewinnen - das waren Faschers Worte vor seinem ersten Spiel als Cheftrainer des FC Hansa, dem 2:1-Sieg des seinerzeit Vierzehnten Rostock beim damaligen Tabellenführer Heidenheim. Es folgten acht Begegnungen mit 19 von 24 Punkten: Platz fünf, nur noch vier Zähler bis zum direkten Aufstieg.

Es schlossen sich jedoch weitere acht Partien an, die das krasse Gegenteil der anfänglichen Erfolgsbilanz waren: sieben Nullrunden, ein Unentschieden, einer (!) von 24 möglichen Punkten. Doch nun stand erneut Heidenheim bevor, und wieder hieß es: Der Gegner ist klarer Favorit, uns hat eh keiner auf dem Zettel, wir können nur gewinnen. In der Hoffnung natürlich, dass Letzteres buchstäblich eintreten würde und es gelänge, den Schalter endlich umzulegen.

Aber das konnte sich nicht erfüllen, weil die Blau-Weißen in der Defensive alles andere als sortiert und sattelfest waren und ihnen das bei Schnatterers Ecke, die Haas per Kopf zum 0:1 ins eigene Tor lenkte (37.), auf die Füße fiel. Schon Thurk hatte völlig unbedrängt die Führung auf dem Schlappen, scheiterte aber am prächtig reagierenden Brinkies (13.).

Dabei besaßen die Rostocker Chancen. So durch Klement, der nach Kopfballduell zwischen Quaner und Gäste-Keeper Sabanov an der Strafraumgrenze aus 25 Metern das leere Tor verfehlte (7.), Zimmermann im Anschluss an eine Eingabe von Quaner (9.) sowie nach seinem Solo gegen drei Mann (26.) oder Plat, dessen Kopfstoß auf Flanke von Leemans knapp vorbei flog (18.).

Schließlich kam auch noch Pech dazu: Wenn man bedenkt, was teilweise für Elfmeter gegen die Hanseaten verhängt werden, hätten sie nach Kraus’ Handspiel, mit dem er, wenn auch gewiss unbeabsichtigt, Zimmermann aufhielt, einen Strafstoß bekommen müssen (42.).

In der zweiten Halbzeit versuchten die Ostseestädter alles, hatten nach der Einwechslung von Adamyan (69.) sogar drei Stürmer auf dem "Rasen", konnten sich jedoch keine nennenswerte Chance mehr erarbeiten. Überdies drohte ständig der Konter zum 0:2. In der 80. Minute war es soweit: Thurk vollendete überlegt, wobei der vom Torschützen vernaschte Grupe nur das letzte Glied der Mängelkette war.

Zu allem Überfluss handelte sich Holst die fünfte gelbe Karte ein und fehlt damit am Mittwoch (19 Uhr) gegen Burghausen.

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