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18. November 2017 | 11:39 Uhr

Splitter : Eine Flotte weißer Flitzer in Bentwisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hilfe für die Anderen - jeden Tag aufs Neue

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 14:48 Uhr

Flotte weiße Flitzer schwärmen jeden Tag von Bentwisch aus nach Wittenberge oder in die Umgebung. Dort, wo die Pkw hinfahren, werden sie meist bereits sehnsüchtig erwartet. Denn hinter den Lenkrädern der Dienstwagen sitzen die Mitarbeiterinnen des Häuslichen Kranken- und Seniorenpflegedienstes von Doris Kühl. Die gelernte Fachschwester für Intensiv- und Anästhesietheraphie musste sich mit der Wende beruflich neu orientieren. Das Betriebsambulatorium des Raw, in dem sie als Leitende Schwester tätig war, gab es nicht mehr. Kühl entschied sich für die Selbstständigkeit, wohnt heute im Erlengrund, jenem ansehnlichen Bentwischer Eigenheimgebiet, das nach der Wende am Dorfrand neu entstand. Dort ist auch der Firmensitz. Hatte Doris Kühl anfangs zwei Mitarbeiter, sind des mittlerweile 33, und alle in Vollzeitbeschäftigung. „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter, die so engagiert arbeiten“, sagt Doris Kühl.

 

Mini-Ortsteil unter hohen Kiefern

Hinter hohen Kiefern liegt direkt an der Kreisstraße zwischen Lindenberg und Bentwisch der kleinste Teil von Bentwisch: Waldfrieden steht auf dem Schild, das den Weg weist. Der ist unbefestigt und führt in einen Miniortsteil mit Bungalows und kleinen Häusern. „Die Genehmigung zum dauerhaften Wohnen haben hier nur wenige. Alles andere sind Datschen“, weiß Marlies Ohde. Die Wittenbergerin hatte sich 1987 mit ihrem Mann entschieden, das Grundstück zu kaufen. Lachend erzählt sie, wie sie das Grundstück, für das sich lange kein Käufer gefunden hatte, besichtigten. „Wir haben uns gewundert, dass es noch zu haben war.“ Ohdes hatten Haus und Hof besichtigt, als sehr viel Schnee lag. „Als der schmolz, haben wir dann die ganze Arbeit gesehen, die auf uns zukam“, erinnert sich Marlis Ohde. Heute sind Haus und Grundstück eine Augenweide. „Man wohnt hier prima, dicht an der Straße, die Bushaltestelle quasi vor der Tür, und doch ganz ruhig.“

 

Heirat mit Wittenberge brachte Geld

Ausbau der Alten Schule, Vergrößerung des Feuerwehrgerätehauses, die neue Feierhalle auf dem Friedhof: Die Bentwischer haben dazu eigenes Geld beigesteuert und sich so Wünsche erfüllt. Dabei war der Ort Anfang der 90er Jahre noch verschuldet.

Das Blatt wendete sich 1997. Im Mai jenes Jahres stimmten die Bentwischer darüber ab, ob sie weiterhin als eigenständiges Dorf zum Amt Bad Wilsnack/Weisen gehören wollten oder als Ortsteil zu Wittenberge gehen werden. 145 Bentwischer entschieden sich für eine kommunale Ehe mit Wittenberge, 125 dagegen. „Es war eine kluge Entscheidung für die Stadt“, sagt Ortsbürgermeisterin Karin Zeida. Die Stadt habe die Schulden der Gemeinde übernommen. Bentwisch brachte über 400 Einwohner mit ein und erhielt eine Ausgleichszahlung, wie es damals bei derartigen Zusammenschlüssen üblich war. Die Bentwischer haben sparsam gewirtschaftet. „Wir haben heute noch knapp 30  000 Euro“, sagt Zeida.

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