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20. November 2017 | 20:24 Uhr

Ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Inklusion

vom

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2012 | 02:45 Uhr

Schwerin | Kein bildungspolitisches Thema im Land wird derzeit mehr diskutiert als die sonderpädagogische Förderung. Inklusion - eine Schule für alle, oder besser für möglichst viele - lautet das Ziel. Die Frage, wie es am besten zu erreichen ist, beschäftigt seit Kurzem eine Expertenkommission, einberufen von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Der Weg zu mehr Integration in der Schule bezeichnet er als "die tiefgreifendste Reform des Bildungswesens seit 100 Jahren".

Diese Marschrichtung hat Steffen Petzak, Spezialist für Förderschulen in der Schulabteilung des Ministeriums, zum einen viel Arbeit, zum anderen neue Kollegen beschert. Vorbei die Zeit, da er als Einzelkämpfer für das Thema tätig war. "Sonderpädagogische Förderung wird gegenwärtig in drei Organisationsformen gewährleistet", erklärt er. Die mehr als 80 Förderschulen im Land - das separierende Modell - unterscheiden sich nach acht von der Bildungspolitik definierten Förderschwerpunkten. Diagnose-Förder-Klassen (DFK), die den Stoff von Klasse 1 und 2 in drei Schuljahren bearbeiten, gelten als Variante der kooperativen Beschulung. Ebenso wie die Sprachheil- und die Förderklassen für verhaltensauffällige Kinder an Grundschulen. Integration geschieht im Gemeinsamen Unterricht, für den Sonderschulpädagogen die Schüler an ihren Heimatschulen aufsuchen, und im Schulamt Greifswald, wo mit Hilfe des Landes und der Universität Rostock die präventive und integrative Schule auf Rügen (Pisar) aufgebaut wird.

Im vergangenen Schuljahr wurde 13 121 Schülern in Mecklenburg-Vorpommern sonderpädagogischer Förderbedarf attestiert: 9369 besuchten eine Förderschule, 3752 die allgemeine Schule.

Vor zwei Jahren hatte das Land entschieden, dass Förderschulen mit den Förderschwerpunkt Lernen keine Einschulungen mehr vornehmen dürfen. Seither werden Kinder mit Lernschwierigkeiten in die Grundschule aufgenommen oder in eine Diagnose-Förder-Klasse. Als einziges Bundesland leistet sich Mecklenburg-Vorpommern ein Netz von 67 Grundschulen mit DFK, wie Steffen Petzak erklärt. In diesem Schuljahr seien aber an neun Standorten keine Eingangsklassen zusammengekommen. Bis die Expertengruppe Inklusion eine Strategie empfehlen kann, soll die DFK nochmals gestärkt werden - gewissermaßen als Zwischenschritt auf dem Weg.

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