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23. November 2017 | 04:58 Uhr

Ein Teufelskreis

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2012 | 10:55 Uhr

Wohnen als Luxus, die Kaltmiete, Strom und Gas als größter Kostenfaktor im monatlichen Budget. Wer nicht in den eigenen vier Wänden wohnt, muss oft einen immer größeren Anteil seines Einkommens für Miete und Nebenkosten aufwenden. Die Politik darf über diese Problematik nicht achselzuckend hinweggehen. Es gibt eklatante Versäumnisse aus der Vergangenheit, die beseitigt werden müssen. Der soziale Wohnungsbau liegt zu sehr brach, zehntausende Wohnungen zu bezahlbaren Preisen fehlen. Bund und Länder müssen hier wieder mehr Geld in die Hand nehmen, damit es Unterkunft auch für Geringverdiener nicht allein in heruntergekommenen Buden oder weitab von den Zentren gibt.

Bei den Nebenkosten liegt zwar viel in der Hand der Mieter und Eigentümer: Sparsamer Umgang mit Energie kann die Abrechnung drücken. Doch bei der stets empfohlenen Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte fängt der Teufelskreis bereits an: Wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann es sich auch kaum leisten, Waschmaschine oder Kühlschrank auszutauschen, solange die alten noch funktionieren. Ein intelligentes finanzielles Förderprogramm für die Umstellung darf kein Tabu sein. Schließlich lassen sich damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Nicht nur Kostenreduzierung, sondern auch größere Umweltverträglichkeit ist erreichbar. Insgesamt gilt, dass die ohnehin hoch belasteten Mieter nun nicht noch zu Verlierern der Energiepolitik werden dürfen. Die geplante Umlage der Kosten für energiesparende Modernisierung auf die Kaltmiete droht zum nächsten Kostentreiber auf breiter Front zu werden. Auch hier muss der Staat sozialverträgliche Lösungen finden.


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