Splitter : Ein Museum für das Waldglas

Vereinschefin Sigrid Bondzio präsentiert einen Ballon aus Waldglas.
Vereinschefin Sigrid Bondzio präsentiert einen Ballon aus Waldglas.

Sigrid Bondzio und Mitstreiter erinnern an Technologie, die im 17. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte

svz.de von
18. Januar 2016, 11:24 Uhr

Hochtechnologie im Warnowtal bei Langen Brütz ist heute kaum zu finden. Im 17. Jahrhundert jedoch war sie nicht zu übersehen. Gleich vier Glashütten gab es nach und nach in der Region. Dort wurde die für die damalige Zeit modernsten Transportbehälter hergestellte: Flaschen und Ballons aus Waldglas. „Das aus unserer Region war grün“, erzählt Sigrid Bondzio. Die 63-Jährige ist Vorsitzende des Vereins Mecklenburger Waldglasmuseum, das hinter dem gleichnamigen Landhaus ihrer Familie bei Langen Brütz zu finden ist. 500 Exponate werden dort ausgestellt – vom winzigen Schnapsglas bis zum großen Ballon.

Die Stücke kommen nicht alle aus dieser Region und stammen auch nicht nur aus einem Jahrhundert. „Wir geben Einblicke in die Entstehung des Waldglases bis zu seinem Ende während der Industriealisierung im 19. Jahrhundert“, erläutet Sigrid Bondzio.

Dazu gehört auch das jüngste und nun größte Exponat: Ein Schmelzofen, in dem Waldglas hergestellt werden kann. Der soll im Spätherbst beim großen Sammlertreffen mit Vorträgen und Tauschbörse erstmals öffentlich angefeuert werden. Ein Test zeigte bereits: Der Ofen funktioniert, erzählt Sigrid Bondzio.

Das Waldglas sorgte aber nur für eine kurze Blütezeit rund um Langen Brütz. Denn damals wurde Raubbau betrieben, vor allem im Wald. Denn um an ein bis zwei Kilogramm Pottasche zu gelangen, mussten mehr als zwei Festmeter Buchenholz verbrannt werden. War eine Region ausgebeutet, zogen die Glasmacher weiter. Der zweite wichtige Rohstoff war Quarzsand. Der enthält im Warnowtal Eisen-Zwei-Oxid, wodurch das Glas aus dieser Region seine grüne Farbe erhält.

Der nur 14 Mitglieder zählende Verein bemüht ich, diese Geschichte zu bewahren und in Erinnerung zu halten. Wer sich im Landhaus Bondzio meldet, kann das kleine Museum besichtigen, Telefon 03866/46050. Hinzu kommen zwei feste Termine: „Kunst offen“ zu Pfingsten und das Sammlertreffen im November.

Badespaß am Cambser See benötigt Helfer

Die schönste Badestelle am Cambser See liegt bei Langen Brütz. Und die Gemeinde bemüht sich seit viele Jahren darum, für naturnahen Badespaß zu sorgen. „Aber ohne Hilfe geht das nicht“, unterstreicht Bürgermeister Gunnar Weinke. Denn für die kommende Saison steht die Gemeinde noch ohne Bewirtschafter da, der bisherige Pächter macht aus persönlichen Gründen nicht weiter. „ Wir wollen dabei gar keine Pacht“, betont Weinke. Vielmehr kann der Betreiber einen Imbiss offen halten, er muss im Gegenzug für Ordnung und Sauberkeit an der Badestelle sorgen. Interessenten melden sich unter Ruf 03843/69640.

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