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Guildo Horn zum ESC : „Ein klitzekleines bisschen Frieden“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ex-ESC-Teilnehmer und Kultschlagerstar Guildo Horn plaudert über den deutschen Vorentscheid

1998 belegte Guildo Horn beim ESC den siebten Platz. Im Interview verrät der Meister des Kultschlagers seinen Favoriten beim deutschen Vorausscheid.

Zunächst wurde Xavier Naidoo direkt nominiert, nun gibt es doch einen klassischen Vorentscheid. Wie haben Sie diese Hin und Her verfolgt?

Was da genau gelaufen ist und wie es jetzt zur Besetzung des Vorentscheids gekommen ist, fand ja unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Obwohl ich persönlich Befürworter eines offenen Musikwettbewerbs bin, an dem sich ein jeder beteiligen kann, muss man in der derzeitig prekären Situation Verständnis für die Vorgehensweise der Verantwortlichen haben und nicht allzu viele Fragen stellen. Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung eventuell verunsichern.

Hätte Xavier Naidoo denn gute Chancen in Stockholm gehabt?

2006 hat Xavier Naidoo mit „Dieser Weg“ fast im Alleingang die deutsche Mannschaft zum Sommermärchen geführt. Xavier Naidoo steht wie kaum ein Zweiter für Liebe, Toleranz und Miteinander. Und nicht wenige meinen, wenn ein Lied seine Lippen verlässt, könnte es gar Europa heilen.

Als Sie 1998 für Deutschland antraten, gab es einen regelrechten Guildo-Hype. Sehen Sie im Kandidatenfeld irgendwen, der das annähernd auslösen könnte? Vielleicht schafft es ja der Song von Alex Diehl. Nach über 30 Jahren ein klitzekleines bisschen Frieden. Der Song ist in den letzen drei Monaten auf seiner Seite über sieben Millionen-mal aufgerufen worden, ohne professionelle PR-Maschine. Die Leute haben sich das selbst gesucht und gefunden.

Lässt sich der ESC heute noch mit dem ESC vergleichen, an dem Sie teilgenommen haben?

Wir sind 1998 ohne große Erwartungen in diesen bunten Tunnel gerannt, keiner wusste, was da auf uns zukommt. Der Hype war nicht vorhersehbar, aber es war ein unglaublich schönes Gefühl, dass ganz Deutschland mitgefiebert hat. Mein siebter Platz wurde abgefeiert als Sieg. Dabei sein, mitfiebern und Spaß haben – da-rum geht es, und wenn das gelingt, hat Deutschland gewonnen, auch 2016.

Spielt der ESC heute noch eine große Rolle für Sie?

Wer schon einmal das Glück hatte, persönlich am ESC teilzunehmen, den lässt er nicht mehr los. Aber Vorsicht: Wer zu sehr dem „Schatz“ nachhechelt, aus dem macht er einen Gollum. Also am besten locker durch die Hose atmen.

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