Mecklenburg : Ein historischer Schatz

300 Exponate aus 28 Museen des Landes im Netz

svz.de von
03. Dezember 2014, 11:55 Uhr

„Wir wollten eine Lücke schließen“, sagt Regine Marquardt, die bisherige Geschäftsführerin der Stiftung Mecklenburg. Denn ein richtiges Mecklenburger Landesmuseum in der realen Welt ist derzeit nicht in Sicht. Zusammen mit dem Museumsverband startete die Stiftung vor drei Jahren den Aufbau des virtuellen Museums. Fast die Hälfte der ausgewählten 300 Exponate aus 28 Museen wurde ausgeleuchtet und aus 24 Winkeln fotografiert. Für Münzen, Bilder und Urkunden gilt das nicht, sie lassen sich aber vergrößern.

Die Schweriner Medienfirma „Planet IC“ bekam den Auftrag, die Daten zu einem funktionierenden Internet-Auftritt zu verarbeiten. Kostenlos kann sich der Besucher per Computer oder Smartphone ab morgen durchs virtuelle Museum klicken. Das funktioniere sogar in den Regionen recht gut, die noch kein schnelles Internet zur Verfügung haben, so Beate Grohs von „Planet IC“.

250 000 Euro hat das Museum im Internet bislang der Landeskasse gekostet. Regine Marquardt veranschlagt für die Pflege der Daten und die Erweiterung des Museums weitere 50 000 Euro pro Jahr. Die Pläne liegen bereits in der Schublade. Als nächstes sollen Exponate aus den vorpommerschen Museen aufgenommen werden – obwohl Vorpommern ein reales Landesmuseum in Greifswald hat. Außerdem sollen die erklärenden Texte des Museums ins Englische und ins Plattdeutsche übersetzt werden. Einen besonderen Zugang zum Landesmuseum will die Stiftung zudem für Kinder schaffen, mit ausgesuchten Objekten, die die Lütten besonders ansprechen.

Außerdem sollen im virtuellen Landesmuseum demnächst auch Videos zu sehen sein. Als erstes sind Rundgänge durch den Thronsaal und die Ahnengalerie des Schweriner Schlosses sowie die Schlosskirche geplant.

Marquardt hofft zudem auf einen gewissen Werbeeffekt für die realen Museen des Landes. Bedenken mancher Museumsleiter, das virtuelle Museum würde Besucher fernhalten, wenn sie die wichtigsten Exponate bereits per Computer gesehen haben, teilt Marquardt nicht. Schließlich müssen alle Objekte im virtuellen Museum in den wirklichen Museen auch ausgestellt sein.

Intern heißt es, ein richtiges Landesmuseum hätte den anderen Museen durchaus schaden können. Möglicherweise hätten sie ihre schönsten Stücke an ein zentrales Haus abgeben müssen.






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